Sonntag, 20. April 2008

Sonntag - welch elitärer Spaß

Sonntag also noch eine kleine Ueberraschung fuer Daniel. War ihm durch Wettschulden noch einen Brunch schuldig und suchte so nach Moeglichkeiten in Manhattan, diese einzuloesen. Wie es der Zufall so wollte, suchte ich auch auf der Seite des Blue Note (Jazzclub) herum und entdeckte, dass am 13. April ein Sonntagsbrunch inklusive eines West meets East, japanisch, amerikanische Jazzkuenstlerkonzerts geben sollte. Perfekt und gleich gebucht (natuerlich nicht ohne vorher anzurufen, um zu fragen, ob ich auch unter 21 in die Bar durfte. Maaa). 

Um halb elf, viel zu frueh, machten wir uns auf den Weg nach Greenwich Village, nur um dann herauszufinden, dass wir noch 40 Minuten auf den Einlass warten mussten. Also sind wir rumgewandert, um uns dann endlich einen Tisch direkt vor der Buehne geben zu lassen. Der Brunch viel doch dann anders aus als gedacht und so durften wir lediglich von einer Karte jeweils ein Gericht mit Getraenk waehlen, wobei ich mir, ganz im Sinne dieses wunderbaren Tages, eine Kaese -und Fruechteplatte bestellte. Lach, lach, lach. Hat aber sehr gut gemundet und es tat mal wieder gut, paar knackige Fruechtchen gepaart mit zartschmelzendem Kaese und knusprigen Baguette in den Mund zu schieben. Nachdem wir fertig gespeist hatten, kam dann eine nuttig angezogene, mit Zottelfakebruenetten Haaren und Glitzeraermchen bestueckte kleine Japanerin die Treppe hinunter, gefolgt von einem 40 Tonner, der wohl ihre Backgroundsaengerin darstellen sollte. Offensichtlich hatten wir gerade das erste mal Augenkontakt mit der Kuenstlerin jenen Tages: Tomoko. Geboren in Japan, mit 11 Jahren nach New York geflohen, um reich und beruehmt zu werden. Mit Jazzmusik und einem Schuss Soul. Wir waren gespannt. Nach einer netten Einleitung, die sie abspulte, die wir allerdings auch vorher aus dem kleinen Beiheft entnehmen konnten, erzaehlte sie uns nochmal die Geschichte ihres Lebens, wie Stevie Wonder sie inspirierte und dann ging es auch schon los mit dem ersten Lied: Mercy, Joy and the City - eine Hommage an New York. Hat auf jeden Fall gut geklungen, auch wenn die gute Tomoko eher aussah, als wuerde sie sich den Lebensunterhalt anderweitig verdienen. 
Ihr schluepfriges Kleid und die freie Sicht auf ihre Brueste (und weiteres Feuchtgebiet) liessen mich diese Gedanken spinnen. Das Konzert insgesamt hat mir jedenfalls gut gefallen. Die Band war sehr 'jazzig', sogar mit verzogener Schnute seitens des Bassisten - gehoert wohl dazu. Sie hat zwischen den Liedern vielleicht ein bisschen viel erzaehlt, die gute, aber letztlich war es unterhaltsam und auch interessant, sowas mal mitgemacht zu haben. Jawohl.
Das ganze war dann um 14 Uhr zu Ende und wir nutzten die uns verbleibende Zeit, um nochmal ins Museum of Modern Art zu gehen. Hach, welch Spass der gehobenen Klasse. Andere gehen ins Kino, aber nein, wir erfahren eine Jazzmatinee und kommen danach noch in den Genuss ausdrucksstarker Kunstwerke von Warhol bis van Gogh. Herrlich. Abends hat Daniel dann Lisa und Jon (und mich;) zum Essen bei unserem 1a Italiener in Metuchen eingeladen. Genialerweise war dort, wie in vielen Restaurants ueblich, BYOB (bring your own bottle) und so konnte ich mir mit einem schoenen Rotwein richtig die Hucke vollhauen. Die Nudeln waren super lecker und meine Vorspeise hat auch gemundet. Und das war auch schon der letzte Abend einer sehr schoenen Woche, die letztendlich viel, viel zu schnell vorbei gegangen ist. Und was bleibt, ist momentan halt nur die Erinnerung. 

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