Sonntag, 20. April 2008

Samstag - wer ist eigentlich Maureen?

Broadway, die Zweite. Rent ist eins der grossen Stuecke auf der langen Strasse und seit 13 Jahren dabei. Am ersten Juni findet die letzte Auffuehrung statt und wir hatten nochmal das Glueck, dieses geile Musical zu sehen. Das Musical hat uebrigens den Pulitzer Preis gewonnen.

Das Stueck spielt in dem heruntergekommenen Viertel East Village in Manhattan in den spaeten Achtzigern. Es geht um Aids, die New Yorker Gesellschaft als Querschnitt von obdachlos bis aalglatter Geschaeftsmann und den Protest der szenigen Bohemians der Lower East Side. Das war jetzt grob. Der Sountrack von Rent ist in Amerika eigentlich fast jedem ein Begriff und das Musical wurde auch verfilmt. 

Das war jetzt eine kurze Einleitung. Ein bisschen im Stress, eilten wir in die Subway, die uns zum Times Square befoerderte, und hechteten ins Nederlander Theater. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Tueren geschlossen wurden, nahmen wir unsere Plaetze oben im Mezzanine ein und warteten gespannt, dass das Licht erloescht. Ploetzlich wurde die Buehne mit ungefaehr 20 Menschen gefuellt, es wurde geklatscht und ein Typ, Marc, mit einer Kamera in der Hand begann zu erzaehlen, dass es kurz vor Weihnachten waere und Benny vorbei kommt, um die faellige Miete einzufordern. Dann kam ein schnelles, melodisches Lied, alle sangen mit, das Publikum klatschte, ein lautes Schlagzeug spielte, Leute auf der Buehne gingen an Telefone, sprachen auf imaginaere Anrufbeantworter und ein zerschlissen gekleideter Typ sang: Christmas Bells are ringing... woraufhin sich weitere acht Leute zu ihm gesellten und in den Kanon einstimmten. Das war grob die erste Szene.

Wir waren leicht ueberfordet und wussten nicht, ob wir das nun gut finden sollten oder nicht. Wer ein schnell wechselndes, farbenfrohes Buehnenbild a la Koenig der Loewen erwartet hatte, war bei Rent definitiv falsch. Das Buehnenbild aenderte sich gar nicht und die Musik stand ganz klar im Vordergrund. Und scheinbar kannten die Lieder auch alle ausser uns. Die Maedchen, die neben mir sassen, typische dumme Mall-Tussis, sangen lauthals und schraeg mit und lieferten Kommentare wie: "Oh my Gosh, that's m favorite song... he is so cute" ab. 

Ich muss sagen, nach einer Weile war ich aeusserst fasziniert. Hatte die Geschichte einigermassen verstanden und fand die Lieder auesserst sehr gut, die sie da sangen. So Musicalleute haben es ja in der Regel schon drauf. Allerdings fragte ich mich nach einer halben Stunde immer noch, wer denn Maureen sei. Als dann die Pause kam nach anderthalb, sehr schnell vergingenden, Stunden, lasen wir uns schnell im beigelegten Heftchen die Geschichte durch und rafften endlich alle Zusammenhaenge. Aha, so war das also. Dann konnte es nach 15 minuetiger Pause ja entspannt weitergehen. Und es war wirklich der Hammer! Oben rechts im Blog habe ich ja einen Zusammenschnitt von dem Musical online gestellt und es war wirklich super gut. Werde mal zusehen, dass ich mir demnaechst den Soundtrack besorgen kann. 

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