Donnerstag, 28. Februar 2008

Your cousin's on COPS - wir beim Konzert

Flogging Molly im Fillmore at the Irving Plaza am 27. Februar 2008. Ich war dabei und hier ist auch schon der Bericht. Mit Fotos und allem Pipapo.
Ich halte sie in den Haenden, die Eintrittskarte zum Flogging Molly Konzert (plus drei Special Guests). Hab mich natuerlich extra in irisch gruen geworfen fuer den famosen Abend. Mein freudiges Gesichtchen blickt geradezu nichtsahnend und unschuldig auf das mir bevorstehende Rumsbumsereignis. Hach.
Um 7.30 pm oeffneten sich die Tueren des Fillmores an der Irving Plaza, ich lies meine Kamera im Schlueppi verschwinden (nein, nicht ganz - igitt) und um acht Uhr ging es puenktlich mit der ersten Vorband "Dusty Rhodes and the River Band" los. Ich sag mal so: sie hatten maechtig Spass da oben und die Siegerfaust war auch alle 30 Sekunden zu sehen. Haben ganz schoen das Haus gerockt und sahen auch alle sehr rocker-80s-revivalmaessig aus. 
Ihr Sound hat mir gut gefallen. Sie sind uebrigens beim gleichen Label wie Flogging Molly - wen es interessiert. Larissa und ich standen gleich in der zweiten Reihe und waren ganz entspannt und locker - wie alle anderen zu dem Zeitpunkt auch. Kein Gedraenge, kein Gepoebel, keine Bier -und Schweissdusche. Es roch zwar stark nach Bier, aber, und vielleicht auch gerade deshalb, fuehlten wir uns wohl. Alles easy. Noch. Maaa.
Die Geigerin war eine kleine Mieze. Schnitte du.


Das war ein Ausschnitt einer der "Dusty Rhodes and the River Band" Songs. Coole Frisur wie ich finde. Der arme Rotschopf haette sich ein paar Mal fast den Kopf eingehauen, weil er so abgegangen ist. Naja, ein bisschen Selbstverliebtheit schadet ja nie, nicht wahr,  lieber Dusty?
Dieses alte Kasperle Theater Gesicht da unten zwischen den Chucks bin ich, denn ich hatte mal wieder asi Rueckenschmerzen (danke Hohlkreuz, du alte Hure). Und solange noch alles easy beasy gechillt beim Konzert zuging, konnte ich mich ruhigen Gewissens beim Umbau kurz auf den Boden hocken und meine Glieder dehnen. Eine Stunde spaeter waere ich brutal getreten, zusammengestaucht und schamlos als Fussball benutzt worden...puh!
Und nochmal (ich beobachte gerade die geilen Hintern von den zwei Maedels vor mir - die waren doch sehr wohl geformt, die kleinen Apfelaerschchen).
Noch ohne Schweiss, Make-Up sitzt, Augen nicht geroetet, warteten wir die zweite Vorband ab...
..."Reverend Peyton's Big Damn Band". Als die beiden Grazien auf die Buehne kamen, habe ich ja alles erwartet, aber nicht das! Whooaaa.
Wenn ich es mal so sagen darf: Die haben die Scheisse richtig fett gerockt! Sowas habe ich noch nicht erlebt. Da steppte der Baer, meine Guete waren die gut! Da ging es so richtig los, dass das Publikum warm wurde: mit Schenkelklopfern wie: Your Cousin's on COPS oder Mama's Fried Potatoes haben sich "Reverend Peyton's Big Damn Band" in mein Herz gespielt. Und in Larissas auch.  
Die sind uebrigens verheiratet. Und der Drummer ist der Bruder von Kollege Peyton. Die gute Frau sah beim Spielen aus wie von Daemonen besessen, aber ihre Waschbrett Performance war so einmalig, man musste sie einfach liebhaben. Die Gute. 



Wir beide, Larissa und ich, wurden Opfer von fliegenden Bierdosen und hatten Arme, Ruecken und Beine voller Bier. Aber das gehoert wohl dazu, nech!?
Danach kam dann leider Jesse Malin mit Konsorten. Irgendso ein Asi, der die typischen Anti-Bush Statements mache, um das Publikum fuer sich zu gewinnen und hat mit seiner Winselstimme auch nichts ruebergebracht. Die typische Mache-ich-mal-auf-Indiemucke-und-kauf-mir-ne-Jeansjacke-aus-der-C&A-Kinderabteilung-und-esse-nichts-mehr-damit-ich-ein-Skinny-Indie-Bloke-bin-Band. 08/15 Sound, wir haben uns gelangweilt und nach "Reverend Peyton's Big Damn Band" haetten Jesse und Co auch getrost nochmal auf dem Klo einen abdruecken koennen und Flogging Molly den Vortritt gelassen! Jesse, du Null, ihr hattet nichts drauf und deswegen bekommst du auch nur ein Foto!
Warum ich mich hier so aufrege hat auch noch einen zweiten Grund. Der gute Jesse Malin hatte naemlich die glorreiche Vollspasten Idee, ueber die Absperrung zu klettern und das Publikum aufzufordern, sich hinzusetzen und mit ihm ein Liedchen zu traellern. Was dabei rausgekommen ist, sieht man hier (und man hoert sein Winselstimmchen)..

Na gut, wie dem auch sei, wir waren froh, als sie dann endlich um zehn die Buehne verlassen haben.
Hui, nochmal kurz Vorfreude auf mein naechstes, viel ruhigeres und bestimmt ebenso gutes Konzertereignis im Blender Theater. Tristan Prettyman. Und dann war es endlich so weit, um halb 11 betraten Flogging Molly die Buehne und Larissa und ich waeren fast ohnmaechtig geworden. Aber nicht vor Aufregung, sondern weil das komplette Publikum ausgerastet ist. Alle haben gleichzeitig nach vorne gedrueckt und es wurde das wilde, chaotische und schweisstreibend und verletztende und anstrengende Pogen begonnen. Zwei Typen hinter mir versuchten so, sich in die erste Reihe zu draengen und ich wurde mit ihren Ellenbogen dermassen an meinen Vordermann gedrueckt, dass ich dachte, gleich macht es knack und meine Elle bricht durch. Und meine Rippen. Dadurch, dass ich so zwischen drei riesigen, boesen Maennern eingequetscht war, habe ich dann auch keine Luft mehr holen koennen und da es Larissa aehnlich ging, haben wir uns versucht, gegenseitig herauszuziehen, was uns auch gelungen ist - gottseidank, denn ich hatte mittlerweile echt Panik. Das Flogging Molly Konzert haben wir dann von oben (Balkon) weiter beobachtet. Dort ging es weit entspannter zu (das Fillmore ist eigentlich genauso aufgebaut wie der Mainfloor im Joker, auch von der Groesse her und wird auch genauso von einer Art Balkon umrandet).
Da sind sie, die guten, und sie haben eine echt fantastische Show abgeliefert. Wer da stur in der Ecke stehen blieb, war entweder taub oder taub und blind oder so.
Vor den Liedern hat der Saenger immer ein bisschen was erzaehlt, was ich aber nicht als stoerend fand. Neben ihren alten Krachern haben sie auch Lieder aus ihrem neuen Album Float vorgestellt, die ich doch sehr vielversprechend fand.
Guiness wurde natuerlich als Erfrischung zwischendurch getrunken. Na dann mal Prost. Aus der Dose...ts, ich glaube mein Schwein pfeift.

Man moege mir die Qualitaet der Videos verzeihen, ist wohl besser fuer die Ohren, wenn man beim Abspielen die Lautsprecher leiser dreht, aber so ist das nun mal mit der Audiowiedergabe der Kamera und mit der Verpixelung beim Rendern. Leider war ausversehen automatische Audioverbesserung (haha, ja is' klar) eingestellt, und so fehlt ein Teil seiner Stimme...naja jedenfalls sagt er, dass sie einige Lieder aus ihrem neuen Album vorstellen moechten und so weiter. Wenn man die bewegenden Massen sieht, moege man sich kurz erinnern, dass ich 10 Minuten vorher auch da mit drin stand. Und ich muss hier ja mal betonen, dass ich eigentlich nicht aus Zucker bin und mir das unter anderen, nicht lebensbedrohlichen Umstaenden auch nichts ausgemacht haette.
Whoaaa (ich gucke wie die Waschbrettfrau von "Reverend Peyton's Big Damn Band").
Nach dem Konzert: verschwitzt, halb taub, mit blauen Flecken uebersaeht, das neue Flogging Molly T-Shirt tragend und mehr als gluecklich! Was fuer ein Abend. Es lebe die Konzertgaengerei.
.
.
.
.
.
.
.
.
.



Der Mini Bericht sollte eigentlich nur als Lueckenfueller gestern dienen, aber ich denke, das Video will ich keinem verwehren, deswegen kommt es jetzt einfach unter den Konzertbericht. So.

Auf Amazon ist halt doch Verlass. Gestern, puenktlich eine Stunde bevor der Zug zum Flogging Molly Konzert abgefahren ist, hat der UPS Mann geklingelt und meinen Ersatz Akku fuer die Kamera geliefert. Hat auch praechtig funktioniert und so bin ich gerade dabei und lade Fotos und natuerlich Videos hoch. Wird voraussichtlich noch heute Abend online gestellt. Bis dahin gibt es neues vom T-Man, ganz laessig, ungeschminkt, gerade aufgestanden, bisschen Fruit Cups essend und matschend. Viel Spass!

Sonntag, 24. Februar 2008

Tage wie dieser

Die Ohrstecker nochmal fester gedrueckt, die Abspieltaste leicht beruehrt und schon schrammelt dir ein entspannter Jack Johnson entgegen. Gedanklich bist du am Strand von Hawaii. Aber du sitzt im Zug. Es ist ein ziemlich heruntergekommener Zug, es stinkt undefinierbar, die Sitze teilweise zerschlissen, Fenster bemalt. Du wirst mindestens 40 Minuten ordentlich durchgeschuettelt und ein paar Mal, so vier Mal, hast du das Gefuehl, das Ding entgleist. Ich hab mich dran gewoehnt. Das erste Mal ist mir jedoch das Herz fast in die Hose gerutscht. Draussen ist es diesig, du guckst raus und an dir ziehen schmutzige, arme Industriestaedtchen mit relativ heruntergekommenen Haeusern vorbei. Auf den grossen, ueber die Stadt ragendenden Schildern liest du: Help stop the killing. Der silberne Zug rollt langsamer bis er zum stehen kommt. Tueren gehen quietschend auf und aller Welts Hautfarben steigen ein - nur nicht weiss. Aha, wir sind in Newark. Weiter geht es. Wir fahren langsam los und noch eine Kurve, dann sehe ich sie: Die Skyline von Manhattan. Maechtig und imposant schiebt sich das Empire State Building  - deutlich hoeher als alle umstehenden Gebaeude - in den langsam dunkel werdenden Himmel.

Ich sitze im New Jersey Transit nach Manhattan. Noch zwanzig Minuten, dann habe ich es geschafft. Schon fahren wir untertage. Vorbei an Baustellen, liegengelassenen Chipstueten und sicherlich auch ein paar Ratten - davon gibt es mehr als menschliche Einwohner in der Stadt. Der Zug kommt ruckartig zum Stehen. Die Mitfahrenden draengen sich zu den Tueren, als sie aufgehen, stroemen sie zu den zwei Treppen, die nach oben in die Haupthalle fuehren. Es wird geschoben, gedraengelt und ein bisschen gepoebelt. Manchmal. Und da ist schon die Treppe Richtung 7th Avenue/Madison Square Garden...siebzehn Stufen....drei... 

Der unangenehme Teil meiner Reise ist zu Ende. Ich mag ihn trotzdem. Jetzt bin ich da. Manhattan. Es ist laut an der Penn Station. Autos hupen natuerlich, obwohl es 350 Dollars Strafe kostet. Reifen quietschen, Leute schimpfen, man hoert lachen, manche singen laut mit ihrem iPod mit. Afroamerikanische, zwielichte Typen in schwarzen Bomberjacken versuchen vorbeilaufenden Passanten Tickets fuer das Police Konzert voellig ueberteuert anzudrehen. Sie gucken sich um - es ist nicht erlaubt, und wenn die Polizei vorbeikommt, gehen sie auseinander und zuenden sich eine Kippe an und starren auf die Hochhaeuser - total unschuldig. Dampf steigt aus den Gullideckeln. Es stinkt. Nach Asphalt, nach verbranntem Fleisch, was an jeder zweiten Ecke auf Spiessen verkauft wird. Nach gebrannten Mandeln, nach Scheisse (weiss der Teufel warum), einfach nach Abfall und nach zu vielen Menschen auf einem Haufen. Ich liebe es trotzdem. Ich atme es tief ein und freue mich, wieder einen Abend in der schoensten Stadt zu verbringen, ich schaue nach oben, sehe den verschleierten Himmel zwischen den Wolkenkratzern. Ich schaue nach links, entscheide mich einen Block zu gehen. Dort kaufe ich mir gebrannte Mandeln fuer zwei Dollars und verspeise sie genuesslich. Ein Blick nach rechts zeigt mir, dass das Empire heute in den Italienfarben erstrahlt - wie so oft. Ein Blick geradeaus laesst mich vor Vorfreude breit grinsen: die grellen Farben und das rege Treiben des Times Sqaure leuchtet mir entgegen. 

Und wenn ich dachte, an der Penn Station ist viel los, dann erschlaegt mich jetzt der pulsierende Times Square. Touristenland. Als wenn die Neonplakate, bunten Bildschirme, und blinkende Schilder noch nicht reichen wuerden, kommt jetzt noch das Blitzlichtgewitter von hunderten Kameras dazu. Immer das gleiche Motiv. Wenn sie zu zweit sind, kuessen sie sich meistens. Ich grinse. Ich marschiere in die Coldstone Creamery und goenne mir einen Beerensmootie. Geniessend schluerfend, schlendere ich zum Billabong Store, darauf bedacht, nicht mit einem der Verkaeufer ein Gespraech anzufangen - die hat man dann naemlich am Hals fuer bestimmt zehn Minuten. Draussen schrillen mehrere Sirenen, drei Ambulanzen rasen vorbei. Ich verlasse das Geschaeft, um das bunte Treiben nochmal einzusaugen. Verkehrspolizisten versuchen grimmig den Verkehr zu regeln - obwohl die Ampeln anstandslos funktionieren ist es ein Ding der Unmoeglichkeit. Jeder geht, wenn er will, jeder faehrt, wenn er moechte. Wieder Hupen, Reifenquietschen, lautes Schimpfen. 

Wem das zuviel ist, der kann dem Trubel leicht entkommen, indem er einfach die 42. Strasse hochlaeuft, Richung 5th Avenue. Schlagartig werden die Menschenmassen weniger, es wird ruhiger, wenn man das ueberhaupt ueber die Stadt sagen kann - man muss es halt relativ betrachten. Die Leute scheinen langsamer zu gehen, sie haben Einkaufstaschen in der Hand. Auf meiner rechten Seite erstrahlt der Bryant Park. Eine kleine Oase im Herzen von Midtown. Und dort ist auch schon die grosse Uhr, am Ende der Strasse erleuchtet das schoene Rockefeller Center, auf dem man einem wunderschoenen Blick auf Midtown und Uptown Central Park bei Nacht und Tag hat. Ich bin an der Grand Central Station. Sie ist zur Penn Station kein Vergleich, es ist ruhiger, es geht gesitteter zu. Die Boeden und Waende sind aus Mamor und die Decke ist herrlich bemahlt. In der grossen Halle leuchtet die weltbekannte Uhr. 

Ich entscheide mich, die Subway Downtown zu nehmen. Waehrend ich auf die Bahn warte, wird mir die Zeit mit der musikalischen Untermalung exzellenter Strassenkuenstler gegoennt. Er trommelt auf zig Dosen, Eimern und Toepfen und es klingt genial. Ich zahle zwei Dollars und halte mich an einer der Stangen im Abteil fest. Es ruckelt, doch es geht schnell. Ich muss aufpassen, dass ich meine Station nicht verpasse. Und da ist sie: Christopher Street, im Herzen von Greenwich Village. Ich steige aus und als ich die Treppe hochsteige, erwartet mich ein ganz anderes Manhattan: Es ist ruhig, die Haeuser sind viel niedriger, charmanter, man sieht so gut wie keine Touristen, schwule Paare schlendern die Strasse entlang und gehen ins naechste Szene Restaurant. 

Hier sieht man die schoenen Feuerleitern der Backsteinappartments. Hier kann man die Leute treffen, die man sonst nur aus Klatschmagazinen kennt. Hier ist es ruhiger, entspannter, romantischer. Man kann unglaublich gut einkaufen und essen gehen. Beides habe ich vor. Ich betrete eine der vielen kleinen Laeden und schaue mir die Teile an. Manchmal hat man Glueck und man findet einen Geheimtipstore, wo es schicke Einzelteile fuer wenig Geld gibt, oftmals sitzen aber in diesen markanten Laeden aufkommende Designer, wo auch die Kleidung dementsprechend teuer ist. Aber egal, sowas nennt man Schaufensterbummeln deluxe. 

Ich schlendere nun auch die Strasse entlang und entscheide mich, hoch nach SoHo zu laufen. Dort gibt es viele kleine Cafes, wo man oft sehr gutes Essen fuer gute Preise bekommt - manchmal natuerlich nicht, wie man am Da Silvano's gleich neben der Bar Pitti auf der 6th Avenue sehen kann. Ich beobachte die Leute. Es gibt so unglaubliche interessante Menschen in den Kuenstler Vierteln, so verschiedene Charaktere, dass man den ganzen Tag im Cafe sitzen koennte und vorbeigehende Menschen beobachtet. Hier, Downtown, leben Leute, die keine Hektik verspruehen, so wie in Midtown, hier sieht man Kleidung in Variationen, die man vorher noch nie gesehen hat, wilde Haarschnitte, die einem voellig neu sind und es wird einem eine Lebensart entgegengestrahlt, auf die man neidisch werden kann, weil sie absolut cool, entspannt, laessig und interessant ist. Komischerweise sieht man hier auch viel mehr rauchende Leute als weiter oben in Manhattan, man sieht mehr Huete, mehr Baerte, viel duennere Menschen. Extravaganz auf eine zurueckhaltende Art und Weise.

Langsam ist es komplett dunkel geworden und nachdem ich mal wieder vorzueglich gespeist habe, suche ich mir einen Subway Eingang und fahre wieder Uptown Richtung Penn Station. Ich steige aus und warte gespannt vor dem Bildschirm, das mein Gleis angezeigt wird. Es wird klassische Musik gespielt, wie immer und doch wirkt es etwas Fehl am Platz, sitzt hier doch zumeist die arbeitende Klasse, die nach Jersey faehrt, die Arbeitnehmer, die aus ihren Bueros voellig ueberarbeitet auf ihren Zug nach Hause zu ihrer Familie warten. In der Grand Central Station fahren die Zuege nach New York und Connecticut - reichere Staaten mit weniger Einwohnern, die mehr Geld haben.

Das Gleis erscheint: 13. Alle springen von ihren Sitzgelegenheiten auf und rennen Richtung Gleis 13, um sie moeglichst schnell durch die einzige Tuer zu zwaengen, die zum Zug fuehrt. Die Wartehalle ist wie ausgestorben, nur zwei stinkende, baertige, barfuessige Obdachlose sind, ohne auf das laute Treiben zu achten, auf Stuehlen eingeschlafen. Diese seltene Freude ist jedoch von kurzer Dauer, da sie von Wachmaennern rausgeschmissen werden und so zurueck auf die Strasse, mit Zeitungen zugedeckt, muessen. 

Ich habe es geschafft, ich sitze in einem Abteil neben einem indischen Geschaeftsmann und einer dauertelefonierenden, blondierten Tussi, deren Wortschatz nur aus "You know, it's like...you know, I mean, it's like, I don't care, like, I really don't, you know, he's a jerk, it's like...yeah...like, lililike...bla bla bloed..mu" zu bestehen scheint.

Das Geraeusch des schnappendem Lochers des Schaffners ertoent. Unfreundlich und schlecht gelaunt ruft er: Tickets, Tickets please! Als er meinen Sitz erreicht, wuerdigt er mich nicht einmal eines Blickes, als ich ihm mein Ticket reiche. Er schaut nur drauf, und steckt eine geloecherte Karte in den Sitz vor mir, die besagt, dass ich an Station 6, Metuchen, aussteige. Noch 40 Minuten, dann bin ich die dumme Tussi und den schnarchenden Inder los. Jack Johnson eingestoepselt und gedanklich auf Hawaii liegend, nutze ich nochmal die Zeit, die mir bleibt, bevor es morgen wieder mit Arbeit losgeht. 

Samstag, 23. Februar 2008

Lisa - der Konzertgaenger

Yeah man! Grandios ist das doch alles - als wuerde ich nicht schon genug musikalische Hochgenuesse mit Bruce Springsteen und Flogging Molly in den naechsten Monaten erleben, kommen zu dieser elitaeren Liste noch zwei weitere Top Konzertgaenge hinzu:

Am 10. April tritt die wunderbare Tristan Prettyman in New York City auf. Hierzu ein kleines Videochen von der guten Frau:


Und am 19. April geht es dann auch schon auf nach Philadelphia zu Kate Nash, auch sie eine Vertretung der Soloartisten mit Gitarre/Piano. Wunderbar, froehlich, sonnig, heitida:



Nicht vergessen, auf den Titel unter diesem Artikel zu klicken, wenn man TJ dramatisch vom Schlitten stuerzen sehen will.

Slip Slidin' Away <- Klick

Freitag, 22. Februar 2008

Thank Lord, we got Krankenversicherung...

...denn, wenn nicht, waere ich jetzt um knapp 12.000 Dollars aermer. Als ich damals aus dem Krankenhaus in Alexandria entlassen wurde, habe ich noch scherzhaft zu Papa gesagt: Na das wird bestimmt knapp 10.000 Dollars kosten - und ich war nur drei Tage auf Station (inklusive Notaufnahme und hey, ich hab 'ne Grippeimpfung). 

Jedenfalls kam heute die Endrechnung und der Aufenthalt im schoenen Virginia belief sich insgesamt auf: Elftausendsiebenhundertsechsundzwanzig US Dollars und siebenundvierzig Cents.

11.726.47 $

Seid froh, dass ihr nicht in Amerika lebt und dass ihr in Deutschland Krankenversicherung habt. Zwei Drittel aller Amerikaner haben das naemlich nicht und koennen gleich Insolvenz anmelden, wenn sie es nicht bezahlen koennen. Beziehungsweise werden nicht behandelt - und stell dir jetzt vor, du hast eine Blinddarmentzuendung (60.000$) oder gar...Krebs... adé, das wars dann Leben...

Was waere ohne Musik?

Also die letzte Woche war ja nun wirklich, nun ja, desastroes, muss man schon fast sagen. Meine Kamera ist immernoch kaputt und vor vier Tagen hat dann mein geliebter iPod einfach den Geist aufgegeben. Einfach so ist er nicht mehr angegangen, laden konnte ich ihn auch nicht und mein Mac hat ihn auch nicht mehr erkannt.

Ist ja nicht so, dass ich eh schon in Geldnoeten stecke. Pah. Fitness macht auch keinen Spass ohne Musik und so bin ich die letzten Tage immer noch um die 15 Minuten auf dem Elypsengeraet rumgeduempelt und hatte dann keine Lust mehr. Alles unbefriedigend hier der Scheiss. Wenn ich gute Musik hoere, kann ich ohne Probleme eine Stunde durchpowern (was fuer ein Wort 'durchpowern') und mir dabei noch laechelnd den Schweiss von der Stirn wischen.

Heute morgen bin ich mit TJ und den Zwillingen ins Rainforest Cafe zum Mittag gefahren und wollte dem Elend ein Ende bereiten, indem ich mir erstmal uebergangsweise den neuen 49 Dollars iPod Shuffle kaufe. Habe aber dann doch noch gewartet - gottseidank kann man wohl sagen, denn heute nachmittag, ich weiss nicht wieso, dachte ich mir: OK, Buerschchen, eine Chance bekommst du noch - und habe den iPod zum 29. Mal in die Aufladbuchse gesteckt. Und was seh ich da? Ein unbeleuchtetes Apfelzeichen erscheint! Ich denke, ich gucke nicht richtig und ja, nach 30 Sekunden faengt er an zu leben! Juhu, Nummer 5 lebt wieder! Waere das nicht genug Freude fuer einen Tag gewesen, habe ich auch noch im Internet einen Ersatzakku fuer meine Kamera gefunden. Fuer 12 Dollars...einfach 150 Dollars fuer eine neue Kamera gespart :D

Was nen geiler Tag, da hab ich mir erstmal eine Stunde im Gym Les Champs Elysees von Joe Dassin reingepfiffen und durchgehend gegrinst...! Noch zwei Wochen Anna!

Dienstag, 19. Februar 2008

Grosse Kuehlschraenke sind gross, aber klein

Ja, genau. Heute war wieder so ein Tag, an dem ich mit knurrendem Magen die Kuehlschranktuer oeffnete und mit Bedauern feststellen musste, dass er randvoll mit gar nichts war. Amerikanische Kuehlschraenke sind gross und meist auch gefuellt, aber man kann nichts darin verwerten. Mal kurz aufzaehlen, was mir heute wieder erwatungsvoll entgegenblickte:

Eine Riesenschale mit Ziti (sprich Bolognese Pasta, wie eigentlich jeden Tag, denn Lisa macht immer eine grosse Menge fuer mehrere Tage. Inhalt: Hackfleisch, Nudeln, puerierte Tomaten, Ricotta, das wars), drei Go Diego Go Joghurtbecher fuer Kinder (schmeckt furchtbar, man fragt sich wirklich, ob das ueberhaupt Joghurt ist - TJ mag es auch nicht, scheint aber niemand zu merken), zehn Flaschen verschiedenste Sorten Lagerbier, zwei Packungen Low Fat Milch, eine Tuete mit Weintrauben, drei Aepfel, zwei Salatkoepfe, eine Tuete mit Minimohrrueben, vier Zitronen fuer Lisas unstillbaren Durst nach Eistee, zwei Packungen Chicken Nuggets fuer TJ, drei Dosen Coca Cola, zwei Flaschen Snapple Eistee, drei verschieden Sorten geraspelter Kaese und Tortillafladen.

Dass da ueberhaupt etwas gruenes drin ist, verdanken wir mir, denn vorher hat auch das ganze Gemuesekrams gaenzlich gefehlt, jetzt wird schon automatisch ein Salatkopf, Mohrrueben und an guten Tagen auch mal zwei Paprika und Tomaten fuer mich gekauft. Ein super Fortschritt. Scheine sowieso ziemlich auf die Familie einzuwirken. Habe mich neulich mal wieder darueber beschwert, dass man im Supermarkt immer so laecherlich viele Plastiktueten bekommt und die dann sofort zu Hause wegschmeisst. Ausserdem habe ich angemerkt, dass das Land so gross im Umweltschutz nun sein moechte und schon beim Essen kaufen gaenzlich versagt mit ihren Plastiktueten (meist werden nur jeweils zwei Teile oder manchmal auch weniger in die Tueten gepackt, so summiert sich das ganze zu bis zu 15 Plastiktueten pro Einkauf). Vor drei Tagen hat Lisa acht Einkaufstaschen aus wiederverwertbaren Materialien gekauft, die sie jetzt immer mit in den Store nimmt. Hurra, das freut mich -wirklich.

Neben dem Kuehlschrank haben wir noch einen Schrank mit haltbaren Lebensmitteln. Darin befindet sich:

Kaesereis, Kaesemaccaroni, Nudeln in jeder Form, Dora the Explorer Suppe fuer TJ und puerierte Tomaten in der Dose fuer das Ziti, das alle drei bis vier Tage zubereitet wird.

Hm....ganz kurz ueberlegen. Also habe ich die Wahl zwischen Nudeln und Quesadilla. Jeden Tag. Oh man ey. Wie man sieht, haben wir Sachen im Kuehlschrank, aber nichts kann man so richtig miteinander verwerten und eine vollstaendige, deutsche Mahlzeit zubereiten. Das ist sehr schade, denn ich bin ein dicker Klops und kann kaum was dagegen tun. Ja, geh doch einkaufen, du alte Schnepfe. Ja, man! Ich gehe auch Lebensmittel einkaufen - sehr gerne sogar. Aber dann kaufe ich Gemuese und esse den Salat abends, ich kaufe Joghurt und TJ isst ihn auf. Ich kaufe Saft und nach vier Tagen wird er weggeschmissen, weil ich nicht alles auf einmal schaffe. Und so geht das immer weiter.

Aus diesem Grund habe ich mir folgendes ueberlegt: Wenn ich in sechs Monaten nach Hause komme, gibt es diese Liste, mit Dingen, die ich gerne essen wuerde:

Von Mama: Jeden Abend AbendBROT (Vollkornbrot, Graubrot, Schwarzbrot, alles Brot), Pepperoni, und normale Butter ohne Sahne versetzt. Des Weiteren bitte vernuenftigen Spinat ordentlich mit Ruehrei und Kartoffeln zusammengematscht, Spaghetti mit Salamisauce, Rotkohlsalat und Weihnachtsessen Deluxe (wobei das kann ich ja mittlerweile auch kochen).

Von Papa: Egal was, du machst bestimmt wieder irgendwas russisches mit Fleisch (Stroganow oder wie das heisst) :D

Von Hella: Dampfnudeln mit Zwetschgen.

Von Oma Trautchen: Rosenkuchen, Eisbergsalat mit Joghurtsauce und Schokopudding mit Mandelsplittern drin.

Von Oma Friedchen: Gefuellte Paprika mit Reis, Fischragout, Huehnerfrikassee und Graupensuppe. Semmel mit Quark und selbstgemachter Marmelade. Achja und Haferflocken (so duenn mit Milch).

Von Sabine: Kartoffelsalat. Kartoffelsalat. Kartoffelsalat.

Von Seldas Mutter: Lahmacun mit Eisbergsalat und Tomaten.

Von Opa Fritz: Bienenstich, Apfelkuchen, Frankfurter Kranz und Kekse.

Wenn ich jetzt daran denke, koennte ich weinen vor Vorfreude. Also ran an die Toepfe, ihr muesst das arme Maedchen erstmal wieder kulinarisch aufpaeppeln.

Dienstag, 12. Februar 2008

Fuer meinen amerikanischen Kumpel

For the love of the Larissa. Ich herze dich.

Murphy's Law

"Geil", denkst du unweigerlich, wenn du mitten im Februar von den schoensten Sonnenstrahlen morgens geweckt wirst und eh vorhattest, den Tag draussen zu verbringen. Das i-Tuepfelchen sozusagen. Gut, dass Muttern gerade auf der anderen Seite der Welt sitzt, denn so bekommt sie nicht mit, dass ich keine Jacke anziehe heute, erlaube ich mir frecherweise zu denken.

Um eins wollten Freundin Larissa, Freundin Anja und ich uns an der Penn Station treffen, um Downtown nach Chinatown zu fahren und der Neujahrsparade beizuwohnen. So zog ich mir also ein Top an (fast wie ein Unterhemd, wa), ein Kleidchen drueber, einen Pullover drueber und noch einen Cardigan drueber und natuerlich noch einen Schal und eine Muetze oben drauf. Ich nahm an, dass ich bestens geruestet war fuer diesen wunderbaren Tag. War ich auch, echt mal. Bin dann um 12 zum Bahnhof gestiefelt, habe natuerlich mein Wasser zu Hause vergessen, war aber egal, ich hatte gute Laune und wollte mir jene nicht mit ein bisschen Durst Pipapo versauen. Die paar Sonnenstrahlen noch mitgenommen, bevor der Zug kam und puenktlich um eins mit den anderen getroffen. Wir waren ausserordentlich beseelt durch die Tatsache, dass es ein verdammt geiler Tag zu werden schien. Die Wolkenkratzer setzten sich kontrastreich gegen den strahlend blauen Himmel (wolkenlos) in Szene. Noch schnell einen delizioesen Erdbeer Smoothie gekauft und ab ging es in die gute, alte, blaue ACE Subway Richtung Canal Street.

Dort gab mir Larissa bei vollem Waggon meinen rosa Slip zurueck, den ich letztes Mal bei ihr vergessen hatte. Gut, aber er war ja auch schick, braucht man sich auch nicht fuer seine Unterwaesche schaemen und den Maennern im Zug hat es sicher gefallen. In Chinatown angekommen, gratulierten wir uns selbst nochmal kurz fuer das grandiose Wetter und ich persoenlich, heimlich mir erneut selbst, dass ich das System ausgetrickst und keine Jacke mitgenommen habe. Auf die Frage, ob Anjas Gasteltern sich auch die Parade angucken wuerden (der gute David ist naemlich original Chinese in Hong Kong geboren), verneinte Anja, da sie im Wetterbericht gehoert hatten, dass ein Schneesturm fuer die Stadt erwartet wird. Hahaha...ha. Ja, ist klar, David, ist klar, mein kleiner, suesser Chinesenjunge. Weisst du, in China kannst du solchen absurden Wettervorhersagen vielleicht glauben schenken, hier aber nicht! Das ist Amerika, sperr die Augen auf und guck in Himmel, es scheint die Sonne, alter!

Trotz Anjas Aufstoehnen, sich doch zu beeilen, damit wir die Parade nicht zu verpassen, liessen Larissa und ich es uns nicht nehmen, noch in das ein oder andere Geschaeft hineinzuschnuppern (ey Downtown man, was meinste, was du da shoppen kannst). Haben auch sogar ein aeusserst interessantes Schuhgeschaeft gefunden, wo alle Converse Schuhe 50% reduziert waren. Wie gut ist das denn? Gar nicht drueber nachdenken, sondern sofort jeder ein Paar mitgenommen. Laut des freundlichen Verkaeufers mussten wir nur noch die Strasse hochlaufen und da sollte die Parade sein, sei aber wohl schon zu Ende. Ach was, laber nicht. Wir zogen also los, die dunklen Wolken, die ueber Midtown langsam aufzogen, nicht beachtend. Ueberall Konfetti und Luftschlangen auf der Strasse, aber keine Leute, keine Chinese, keine Drachen, keine Parade. Komisch. Mist. Am Ende der Mulberry Street haben wir dann doch noch die letzten Auslaeufer gefunden und ein bisschen mit dreckigem Konfetti auf der Strasse herumgespielt. Enttaeuscht und mit knurrenden Maegen entschieden wir uns, die schoene Bar Pitti in Soho aufzusuchen, um dort, umgeben von Models, Schauspielern und anderen schoenen Menschen, zu speisen. Leider war alles voll, aber da wir uns nicht unterkriegen lassen wollten (nicht noch mehr), sind wir einfach nebenan ins Da Silvanos gegangen, dort gibt es auch schoene Menschen zu beobachten und man bekommt auch kaltgepresstes Olivenoel als Vorspeise.

Also reingegangen, Platz bekommen, jeder ein Wasser bestellt, frisches Weissbrot in Oel gedippt, verspeist und natuerlich schoene Menschen beobachtet. Es war zwar etwas absonderlich, was meinen Augen geboten wurde (an dem Tisch vor mir sassen fuenf schwule Styler Mitte 50 - die gutaussehende Sorte- und das eine Paar hat sich immer gegenseitig an den Ohren geknibbelt, durchgehend, da weiss man ja, was abends noch ansteht), aber trotzdem unterhaltend. Gut, der liebreizende Kellner kam dann auch alsbald und hat uns Wein angeboten (woohoo, aber wir haben doch dankend abgelehnt, die Schmach, die uns bevorzustehen drohte, wenn sie unsere IDs sehen wollten, musste uns erspart bleiben). Anja und ich bestellten jeweils Pasta, ich noch einen kleinen Salat und Larissa ebenfalls einen Salat. Genuesslich wurden die dann doch etwas klein ausfallenden Portionen verspeist (es wurde reichlich guter, frischer Parmesan druebergerieben). Mittlerweile hatte sich draussen ein fetter Schneesturm seinen weg nach Downtown gebahnt und verschneite die Strassen, die Leute, die auf der Sixth Avenue noch unterwegs waren, gingen im 90 Grad Winkel und hatten alles zugezogen, was es an ihrer Kleidung zuzuziehen gab und dann fingen wir an, etwas verzweifelt und hysterisch zu lachen als wir auch noch die Rechung ueber 95 Dollars bekommen haben. Mit einem freundlichen Laecheln serviert. Schade eigentlich, die zwei Paar Schuhe, die wir erstanden haben, waren leider weit guenstiger als die paar Nudeln da.

95 Dollars leichter, ohne Jacke, ohne Hoffnung auf Trockenheit und Waerme, bepackt mit einer schweren Tuete ging es wieder nach draussen. Vorm Essen war noch Fruehling - was war passiert? Es war schneidend kalt draussen, sodass wir nur noch kurz ins chinesische Gap gegangen sind, um dann die Subway Uptown zu nehmen und ins Kino am Times Square zu gehen. Wir wollten 27 Dresses mit Katherine Heigl sehen, der Schnitte aus Grey's Anatomy. Bei unserem Glueck lief der Film natuerlich nicht und so entschieden wir uns fuer Welcome Home Roscoe Jenkins, einer Komoedie mit Martin Lawrence. Tja, im Kino selbst sahen dann auch alle anderen aus wie Martin Lawrence und da der Film die typische afroamerikanische Familie auf die Schippe nimmt, wurde auch dementsprechend laut und frei gelacht (wir haben circa 40% der Witze nicht mal verstanden). Anja verabschiedete sich danach postwendend und fuhr zurueck nach Maplewood, waehrend Larissa und ich noch einen Abstecher zur Coldstone Creamery machten uns uns jeweils einen Like It Berry Trinity Smoothie kauften. Aber danach haben wir sofort das Weite gesucht, denn es war dermassen kalt, dass meine Lippen geschmerzt haben und meine Augen traenten (und ich hatte keine Jacke an). Als ich gegen zehn zu Hause war, habe ich erstmal drei Kreuze gemacht. Naja wenigstens neue Chuchs fuer 30 Dollars. Yippie!

Montag, 11. Februar 2008

Zhe Zack Zeng bei Roscoe Jenkins


Von Fruehling auf Winter innerhalb 3 Stunden? 95 Dollars fuer ein paar Nudeln? Chucks fuer 30 Dollars und Kino mit 90% afroamerikanischen Zuschauern? An einem Tag? Das geht nur in New York City, meiner kleinen Freundin mit den hohen Haeuschen. Morgen folgt der Bericht....















Sonntag, 10. Februar 2008

Vendetta von Donna Leon

In der Nacht musste ich alleine oben auf dem Dachboden des kleines Hexenhaeuschens in den Poconos schlafen, weil Jamie und Co noch nicht da waren und ich hatte mal wieder Angst, ich hatte Angst vor dem undefinierbaren Knacken in dem alten Hutzelhaus, vor eventuellen Baeren, die ins Haus eindringen und mich im Schlaf ueberraschen (dann dachte ich natuerlich gleich an den Mann, dessen Geschichte sie mal bei RTL hatten, der von Baeren gefressen wurde), hatte Angst, dass Maggie, die Katze, hochkommt und auf mein Bett springt und ich einen Herzinfakt vor Schreck bekomme, weil ich denke, es ist ein Baer (hat sie dann auch dreist sofort gemacht, die alte Kanuele). Also habe ich gegen 2 oder 3 Uhr, ich weiss es nicht mehr genau, dass Licht angeknipst und bibbernd Vendetta von Donna Leon gelesen, welches mir Judy gegeben hatte, weil das fuer sie zu kompliziertes Deutsch waere und es deswegen nicht uebersetzen koenne. In dem Krimi ging es um pornografische Gewaltvideos, in denen bosnische Maedchen und Frauen erst mehrfach vergewaltigt und dann vor laufender Kamera ermordet werden, wie verstrickt dieser Markt ist und in welch hohe Raenge der Gesellschaft die Antreiber sitzen. Das hat bis 7 Uhr gedauert (konnte natuerlich nicht aufhoeren zu lesen, musste ja wissen, wer der Moerder der Drahtzieher war und haette sonst eh vor Angst nicht pennen koennen). Da waren auch schon TJ und Judy wach und die Nacht ging fuer ich ohne Schlaf vorueber.

Und da bin ich auch schon wieder in Metuchen. Nicht einmal 24 Stunden waren wir in den Poconos. Die Uroma ist heute morgen verstorben. Ich hatte vor Monaten einmal berichtet, dass ich sie im Altersheim mit Jon besucht habe. Sie ist Jons Oma und somit Judys Mutter gewesen, 94 jaehrig, schwer an Alzheimer erkrankt und seit nun mehr zwei Wochen ging es ihr so schlecht, dass jeden Tag mit ihrem Tod zu rechnen war und trotzdem hat es uns unerwartet getroffen. Letztendlich kam aber rasch nach der Trauer die Erleichterung, dass ihr Leiden nun ein Ende hatte und die Gewissheit, dass sie auf ein langes, glueckliches und erfuelltes Leben zurueck blicken wird. Die Verwandten haben sich heute Abend alle bei uns getroffen und auch ueber die Beerdigung gesprochen und ich hoffe instaendig, ehrlich gesagt, dass ich nicht mit muss. Erstens sind Beerdigungen keine Sache, die man haeufiger erleben moechte und zweitens wird es wohl eine dieser Art sein, wo der Sarg waehren der Zeremonie offen steht und ich denke nicht, dass ich mit so etwas einfach umgehen kann.

Zum Schluss noch etwas erfreulicheres: Morgen ist endlich chinesisches Neujahr und aus diesem Grund eine praechtige Parade in Chinatown zu der ich hinfahren werde, da ich leider keine Kamera mehr besitze, hoffe ich natuerlich auf schoene Fotos von Larissa und Anja, die sie mir netterweise rueberschicken koennen.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Biep biep. I'm a new Soul.

Und auf den Super Tuesday folgt das Bergfest. Sechs Monate Amerika, Zeit fuer den melancholischen, mehr im Sinne der Nachdenklichkeit als der Traurigkeit zu verstehenden, Rueckblick. Unweigerlich veraendert die Zeit den Menschen. Man wird aelter (weise Worte), reifer, waechst mit seinen Aufgaben, vielleicht denkt man mehr nach, vielleicht weniger, wird also unbeschwerter.

Was ist also aus mir geworden? In was fuer einem Licht sollte ich mich darstellen fuer die, die mich mindestens ein halbes Jahr lang nicht mehr gesehen haben? Gut, es ist mein eigener Blog, wieso sollte ich mir selbst vor die Tuer scheissen, in dem ich mich negativ reflektiere? Aber da ich angedeutet habe, dass dies ein melancholischer, mehr im Sinne der Nachdenklichkeit als der Traurigkeit zu verstehender, Rueckblick sein soll, bleibt auch dies nicht aus.

Das Jahr 2007 ist so schnell an mir vorbeigezogen, dass ich mich wundere, wie relativ das Zeitgefuehl doch ist. Genau vor einem Jahr sollte ich eigentlich mit Abilernen angefangen haben - was ich natuerlich nicht getan habe. Natuerlich, denn ich wuerde mich schon als faulen Menschen bezeichnen (wobei mir das bis jetzt gottseidank noch nicht geschadet hat, aber "what goes around, comes around"). Und schon hatten wir Osterferien, es wurde ernst und nicht gelernt. Naja, vielleicht ein bisschen fuer Geschichte. Wenn ich an meine muendliche Pruefung gedacht habe, ging mir der Arsch wirklich auf Glatteis. Letztendlich hat sich heraus gestellt, dass ich gerade in diesem Fach am besten abgeschnitten habe. Abitur war ueberstanden, Abientlassung stand an, Abiball stand an, Goldene Hochzeit von Oma und Opa und schon sass ich im Flugzeug nach New York. Ungefaehr so schnell waren acht Monate 2007 vorbei. Ploetzlich ist man alleine, weg von seinen Freunden und seiner Familie, in einer voellig neuen, fremden Umgebung und auf sich alleine gestellt. Das ist nicht beaengstigend, sondern spannend. Man waechst so unglaublich aus sich heraus und tut vielleicht Dinge, die man nicht fuer moeglich gehalten hat. Ich habe mich veraendert. Ich bin gelassener geworden. Da der Durchschnittsamerikaner nichts von Puentklichkeit haelt, habe ich eingesehen, dass es einfach nichts bringt, sich darueber aufzuregen. Nach unzaehligen Malen des Verfahrens in voellig fremden, gefaehrlichen Staedten, Schildersuche, Himmelsrichtungsverwechselungen und einer Fahrt nach Kanada und zurueck, weiss man, dass man irgendwie immer wieder zurueck kommt, man darf nur nicht verzweifeln, sondern muss sich seinen Weg suchen. Ich bin verantwortungsvoller geworden. Jeden Tag auf ein kleines Kind aufzupassen, das dich bedingungslos liebt und dir vertraut und auf dich angewiesen ist, kann man nicht erklaeren und niemand bereitet einen darauf vor. Interessanterweise sind gewissen Aufgaben, die ich frueher nicht wahrgenommen habe oder die ich nur mit Widerwillen bewaeltigt habe, fuer mich nun voellig normal und ich mache sie selbstverstaendlich. OK, das ist jetzt etwas peinlich, aber frueher habe ich zum Beispiel abwaschen, abtrocknen, Geschirrspueler, buegeln und die ganze Scheisse gehasst. Ich habe mit kaltem Wasser abgewaschen (grundguetiger) und war mehr so die bockige kleine Ziege, wenn es um Haushaltspflichten ging.

Heute, da ich in einem Haushalt lebe, wo ich der Haushalt bin, sehen die Dinge anders aus. Als Anja neulich hier geschlafen hat und missmutig nach dem Essen angefangen hat, lustlos abzuwaschen und ich festgestellt habe, dass sie kaltes Wasser benutzt, habe ich ihr erstmal eine fuenf minuetige Standpauke gehalten, wie wichtig es doch sei, heisses Wasser zu nehmen, damit der Schmutz auch vernuenftig abgehe. Ich raeume selbstverstaendlich nach dem Kochen alle Sachen weg, die ich gebraucht habe, wasche alles ab und decke den Tisch (jaja, ich weiss, fuer euch ist das alles selbstverstaendlich, aber fuer mich ist das ein Entwicklugnsschritt). Kochen tue ich auch viel und gerne, wobei ich frueher nicht einmal wusste, wie man Kartoffeln kocht (oh man, ich stelle mich hier nicht gerade im besten Licht zur Schau). Ich bin von einem auf den anderen Moment zu einem 19 jaehrigen (fast 20...ja) Maedchen mutiert, dass einen dreijaehrigen Jungen massgeblich erzieht, ihm sein Mutterersatz fuer den Tag ist, ihn versorgt und zu dem das Kind kommt, wenn es sich wehgetan hat. Und ich muss an dieser Stelle ja mal erwaehnen, dass das ungefaehr das coolste Gefuehl ist, wenn man in einer Halle mit 30 anderen Muettern und 30 Kindern ist und mitten in der Halle faellt dein Kind aufs Gesicht und dir rutscht das Herz in die Hose und du beobachtest, wie er sich aufrappelt, nach genau dir zwischen all den anderen Gesichtern sucht, angerannt kommt und sich an deiner Schulter ausweint und troesten laesst. Und nur du darfst ihn anfassen und nur du kannst ihn troesten. Das ist ein gutes Gefuehl (habe aber trotzdem keine Muttergefuehle fuer den T-Man, falls die Frage jetzt aufkommt, das ist noch etwas anderes).

Streit, Probleme und kleinere Wehwechen, die man zu Hause zurueck gelassen hat, erscheinen einem hier, soweit von Deutschland entfernt, als nebensaechlich und man macht sich kaum noch Gedanken darueber. Es waechst Gras drueber. Ausserdem, was hatte ich denn schon grossartig fuer Probleme? Man konnte doch immer zu seinen Eltern gehen oder mit Freunden darueber bei einer "Problemkerze" sprechen (also bitte an die Symbolik denken, wir haben bestimmt keine Kerze dafuer angezuendet, ich bin doch kein Asi). in den vergangenen sechs Monaten war ich bereits zwei Mal in der Notaufnahme, einmal mit einem komischen Bakteriuminfekt, der andere schon das Leben gekostet hat und aufgrunddessen schon Schulen geschlossen wurden und das andere Mal, wo ich fast abgenippelt waere (so habe ich mich zumindest gefuehlt) mit einem komischen Virus, der dafuer gesorgt hat, dass ich im Rollstuhl durch ein Krankenhaus in einem anderen Staat geschoben wurde. Na herzlichen Dank. Und so schlimm, schlimm, schlimm (...) das auch war, ich habe es ueberstanden und letztendlich gilt doch: was dich nicht kaputt macht, macht dich nur haerter. Ausserdem kann ich mittlerweile einschaetzen, wem ich wirklich wichtig bin in Deutschland und vor allem, wer mir wirklich wichtig ist. Obwohl ich kein Heimwehmensch bin, es noch nie hatte und auch wohl nie darunter leiden werde, vermisse ich natuerlich Menschen zu Hause. Aber mir geht es hier bestens und habe hier ein schoenes Leben und es war die richtige Entscheidung, diesen Auslandsjahrschritt zu gehen, denn diese Erfahrung gemacht zu haben, hat vieles in meinem Leben geaendert, Sichtweisen wie Verhaltensweisen und dies zum groessten Teil positiv.

Ich weiss jetzt besser, was ich will, wer ich bin und was aus mir werden soll (wobei, wer kann das schon genau sagen, vielleicht werde ich ja doch Mathematikprofessor an der Uni Chemnitz und bin mit einer Frau verheiratet und zuechte nebenbei Bullterrier). Auf jeden Fall komme ich zurueck, als eine 20 jaehrige Lisa, die ein bisschen fetter geworden ist und die kuerzere Haare traegt. Aber ich komme auch als eine Person zurueck, die reifer geworden ist und ein paar Fehler, die sie hatte, ausmerzen konnte.

Resuemierend kann man doch behaupten, dass die letzten sechs Monate traumhaft waren, ich (fast) jede Minute genossen habe, richtig aufgelebt bin, Deutschland besser zu schaetzen weiss, Amerika besser beurteilen kann, eine neue (nicht-) Kultur kennen gelernt habe und mich in Manhattan besser auskenne als in Peine. Ich freue mich auf meine naechsten sechs Monate hier, die hoffentlich nicht allzu schnell vorbei gehen werde und am meisten natuerlich auf meine Besucher :*

Dienstag, 5. Februar 2008

Scheisse man, meine Kamera!

Und schon ist das groesste Sportereignis des Jahres wieder vorbei. Der 42. Superbowl ging mit einer Sensation zuende: Die New York Giants haben voellig unerwartet gegen die bis dahin in der Saison ungeschlagenen New England Patriots gewonnen. Und hier war was los. Hab mich gefuehlt wie Silvester. Beim Abpfiff gab es Champagner (ich glaube, es war Sekt), alle lagen sich mit ihren Giantspullovern und Freudesgesaengen in den Armen, es wurde aufgestanden und geklatscht. Aber davor war es ziemlich, ziemlich unspektakulaer. Der Punktestand blieb konstant auf 7 : 3 und ich hab mich eher fuer das gigantische Angebot an Essen interessiert als das Spiel zu verfolgen.

Zum Ende hin jedoch war auch ich gefesselt und die Stimmung war zum Zerreissen in unserer kleinen Stube. Wer war denn ueberhaupt alles da? Also da waren einmal natuerlich wir vier, dann Jons Bruder Jamie, seinerseits ausgezeichneter Deutschsprecher, Simone, seine Frau, deren entzueckende Kinder, Catherine und Bea, deren bosnisches Au Pair Nermina, der republikanische Joe, seine 'patriotische' Frau Pat, die Frau mit den groessten Hueften, die ich je gesehen habe, Aileen, ihr komischer Freund, Onkel Albert, der super fett ist und den niemand mag und auch niemand eingeladen hat und der eigentlich nur da ist und isst und trinkt und dumme Kommentare macht ("Giant's defense is crap"), dann war da noch unser cooler Nachbar Big Al, der sofort nach Abpfiff nach Hause musste, weil seine Frau meinte, er muesse mit den Hunden sofort Gassi gehen, Judy, Jons Mutter, ihre beste Freundin Helen, die nur vegetarisch isst, und deren Freundin Janet, die niemand kannte. Das Ereignis Superbowl macht eigentlich erst das ganze Drumherum spannend (wie in so vielen Sportereignissen in diesem Land). Vor dem Spiel durfte sich jeder Kaestchen auf einem Blatt Paper erkaufen (fuer jedes Kaestchen einen Dollar) und je nachdem, wieviel es nach jedem Quarter stand, so hatte derjenige gewonnen, dessen Kaestchen getroffen wurde (bisschen Glueck, bisschen Koennen). Ich habe leider nichts gewonnen.

Auch sehr interessant und witzig ist das Werbung Raten: Es wird gewettet, welches Werbegenre nach dem Kick-Off gezeigt wird (also beispielsweise Getraenke, Auto, Elektro, Versicherung etc.) Ich hatte auf Auto gewettet, es war aber Budweiser (der ganze Superbowl wurde von Bud Werbung dominiert).. Da beim Superbowl sehr viel Werbung fuer sehr viel teures Geld gezeigt wird (30 Sekunden Werbung kosten 2,7 mio Dollars), hat viel Geld den Besitzer gewechselt an dem Abend. Und die ganze Werbung zwischendurch stoert auch eigentlich nicht, da sich die Firmen immer besonders witzige Werbungen fuer den Superbowl einfallen lassen, weil es mehr als eine Milliarde Menschen auf der ganzen Welt schauen. Und wenn man mit so vielen Leuten in einem Raum sitzt und jede Werbung auf ihre Witzigkeit ueberprueft und kommentiert wird, kann das schon recht unterhaltsam sein. Hier meine Top 4:

Budweiser:

Bridgestone:

Doritos:

Pepsi:


Leider ist meine Kamera kaputt und es existieren keine Fotos von Sonntag. Ich muss so schnell wie moeglich eine Loesung finden, sonst sieht die Seite hier bald ganz schoen trist aus. Schade.