Freitag, 29. Mai 2009

Dienstag, 26. Mai 2009

Zehn Dinge, die ich an dir hasse!

Geschichten, die das Leben schreiben und aus der Großstadt. Taufrisch, wobei es bei uns gar nicht so stark geregnet hat. Das Wetter konnte sich heute nicht zwischen weltuntergangslila-bedrohlichem grün-brüllender Hitze mit Sonnenschein und Platzregen, Donner und Blitzen entscheiden. Sei es drum. 

Mein Tag begann heute um acht Uhr morgens mit meinem lieblichen Handywecker. Nein, Leute, er ist echt OK, man wacht ganz langsam mit immer lauter werdendem Bossanova auf. Ist echt OK. Also aufgewacht; 15 Minuten gequält, nicht fassen könnend, dass man eigentlich wunderbare acht Stunden straight gepennt hat und trotzdem nicht klar kommt. Was zum Henker will der Körper denn noch, alter? Viertel nach ins Bad geschlürft, wo Selda sich schon zurecht gemacht hat. Kurz entschieden nicht zu duschen, weil am vorigen Abend erledigt. Gesicht gewaschen, Zopf gemacht, erstmal eine geraucht. Pfui. Naja, dann irgendwie noch eine Haferbreisuppe zusammen gestellt, ein bisschen Zimt und Zucker reingeschüttet und noch brühend heiß verspeist. Ein kritischer Blick nach draußen verhieß nichts Gutes, doch sagt Apple 33 Grad in Hamburg heute. Wo denn? Also Zwiebellook, damit fährt man immer auf der sicheren Seite. Um viertel vor zehn das Haus verlassen und sich am Philturm an einen der vier (Frechheit, einer ist sogar kaputt) Aufzüge gestellt und gottseidank nach fünf Minuten in einen gequetscht. Das ist so eine Sache mit diesem Philturm, ich könnte Romane darüber schreiben, aber ich bin mir sicher, dass das einer der 40.000 Studenten bereits getan hat, deswegen lass ichs einfach.

Jedenfalls im 13. Stock angekommen und zwei Stunden lang anspruchsvoll unserem Meister gelauscht und endlich, endlich, endlich das Thema Lyrik abgeschlossen. Gottseidank, man ey, das kann ich nun wirklich gar nicht mit dieser Gedichtinterpretationsscheiße...klingende, weibliche Kadenz, vierhebiger Daktylus... Archaismus bla bla. Raff ich nicht. Nun also Epik. Das kann ich doch ganz gut. Danach eine kostenloses give-away unten am Mensaeingang abgestaubt und hey, gar nicht so übel. Mascara, Deo, Duschgel, Zeitschrift, Popcorn, Zwieback und ne Pulle ekeliger Kombucha drin. Letzten Monat gab es ja zum Beispiel für alle Frauen rote Rosen. Ich glaube, weil Mohammed, der Prophet Geburtstag hatte. Nett.

Das nächste Seminar am anderen Ende von Hamburg, gefühlt, war extrem langweilig, in Volkskunde ist eh gerade flaute, was Wissensaufnahme betrifft. Man sitzt und lauscht und lernt nichts. Da ist Germanistik eindeutig besser. Zur Zeit. Heute war Bruno Latour mit seinem Schlüssel. Nun gut, bin kein Freund seiner Theorie, dass es keine Natur und keine Objekte gibt, aber konnte meine Gegenargumentation mangels Fachwissen leider nicht untermauern. Denkste, schleppender als das Kulturtheorieseminar kanns heute nicht mehr werden, haste dich geirrt, denn es folgt: Stadtutopien. Oh mein Gott. Wie kann man ein derart interessantes Thema nur so verhunzen? Verhundsen? Verhuntzen? Wie auch immer, wenigstens was über Hermann Sörger und sein Atlantropa gelernt und das war interessant. Wird der Golfstrom versiegen, wenn man einen Staudamm zwischen Europa und Asien baut oder wird er versiegen, wenn man es nicht tut? Man sollte der Sache nachgehen...

...16 Uhr: Uni Schluss. Die Zeit rechte gerade für ein Baguette beim Café unten im Institut. Auf nach Othmarschen. Gesprochen übrigens Ooohthmarschen und nicht Ottmarschen. Genau wie Loksteehdt und nicht Lockstett. In Othmarschen nehme ich nun wahrscheinlich einen zweiten Job an bei meiner ehemaligen Au Pair Agentur. Aber ich bin noch moralisch im Zwiespalt, was ich hier nicht weiter erläutern möchte.
Nach angeblichen anderthalb Stunden war ich dann um 20.15 (!!!) Uhr zu Hause. Ein zehn Stunden Tag, Leude. Das Leben ist nicht immer Zucker und Orgasmus. Ich war so müde, dass ich kurz regungslos auf meinem Bett in X Stellung lag, sprich Beine und Arme von mir gestreckt und einfach nur die Augen schloss, weil jene so brannten.

Das interessante an meinem mittelprächtigen Tag war die Begegnung mit meinem wohl zukünftigen, verkannten Ehemann. In der Bahn vom Bahnhof Altona zum Dammtor saß ich in so einem vierer Ding und im nächsten vierer Teil, mir gegenüber, saß so ein Typ... ja ha, und ich gucke so durch die Bahn, da treffen sich unsere Augen. Er grinst ein klein wenig, mehr so mit den Augen - ich Flirtversager gucke natürlich erschrocken wieder weg.

Vorsichtig guckte ich dann aber doch zurück, nur um zu sehen, dass er gerade das gleiche tat und unsere Augen trafen sich wieder. Pure Neugier beidseitig. Ich hätte so gerne gewusst, ob ihm das gleiche durch den Kopf ging wie mir. Zugegeben, bei mir spielte sich nichts sexuelles ab, sondern nur das Für und Wider, ob ich einfach mal ALL meinen Mut zusammen nehme und ihn beim Aussteigen frage, ob er nen Kaffee trinken gehen will. Wahrscheinlich dachte er nicht dasselbe, weil er ein Mann ist und mich wohl in Gedanken eher nackt ausgecheckt hat. Aber ist ja auch gut. Unser triff-die-Augen-Spiel-und-guck-weg-und-wieder-hin ging noch so drei bis vier Mal hin und her und wir erreichten leider Dammtor. Ein bisschen aufgeregt war ich wirklich man! Würde er jetzt was tun, sollte ich was tun? Ich erhob mich also und stellte mich an die Tür und spürte auf einmal, wie jemand hinter mir stand, der wirklich außerordentlich gut roch. Gutes Männerparfum, ein ordentlicher Pluspunkt. Gehe mehr in die süßliche, denn in die axe-like-männliche-möge-Richtung. Er war es! Wir stiegen beide aus, ich ging etwas langsamer und er überholte mich, ging vor mir die Treppen runter, drehte sich plötzlich um...

....und guckte mich an, lächelte mich an: mein Herz! Dann ging er jedoch weiter, er links Richtung Congress Centrum und ich rechts Richtung Uni. Scheiße man, so kanns laufen! Ich werde ihn nie wieder sehen und er war vielleicht mein späterer Ehemann, mein Traummann!! Ich werde es nie erfahren...die Hoffnung bleibt, dass man sich immer zwei Mal im Leben sieht...

Montag, 25. Mai 2009

Bäng Boom

Am Samstag unternahm ich mit Vatern noch eine schön angedachte Motorradtour in den Harz, was leider in dem Debakel endete, dass ich
a fast erfroren wäre durch fahrlässige Wahl meiner Unterziehklamotten
b nun eine große, blaue Beule an der Stirn habe durch Quetschung des zu großen Helms.



War also leider nicht so hittig, wobei die ersten 30 Minuten ja doch Spaß gemacht haben. Schwamm drüber. Abends im Mephisto entschieden sich dann auch noch unsere männlichen Männer ihr Pils draußen zu genießen und deswegen stieg wohl meine Körpertemperatur nicht auf mehr als 33 Grad an - bis ich ins Bett konnte. Egal, wieder in Hamburg, Sonne scheint und Freitag geht es los zur, ich muss es leider so sagen, Besäufnistour des Jahres. Urlaub an der Ostsee! Heiligenhafen mit 16 knackigen Freunden on Tour. Ab ans und ins Meer. Wenn einige sich fragen, wo Heiligenhafen liegt, dann kann ich hiermit behelfen:


Schöne, tolle Strandaufnahmen, Sonnenuntergänge, Graswogen und Wellenbrechen...folgen nach dem Urlaub in der Regenerationsphase! Noch vier Tage!

Sonntag, 24. Mai 2009

Es folgt: der Sommer

Alles richtig gemacht:
Unser Lieblingsepileptiker:
Auf dem Foto ist sie auch irgendwo zu sehen: :D
Vorm Haus ist hinterm Haus.
Vattis neue Liegestätte:
Zeckenhochburg:

Anna kanns:

Noch ein Versuch: :D
Ich habs natürlich wieder falsch verstanden:
Noch ein Versuch:
Anlauf:
Sprung:

Rein ins Bild:
George chillt:
Beherzt ab auf die Palme:
geschafft:
Versuch aufzustehen:
oh..oh...oh
Ah, geklappt:
Nein, doch nicht:
Hose trocknet wieder, weiter gehts:
Auch Anna versuchts:
Damn.


Trocknet auch wieder:
Ein paar Bilder von Zuhause. Jetzt muss ich leider wieder in den Norden ohne Garten. Also eigentlich schon Garten, aber nicht so schön und eh keine Zeit zum in der Sonne aalen, weil lernen. Vatertag in vollen Zügen genossen und gleich gehts ab in den Zug. Bis Dän.

Samstag, 16. Mai 2009

Masupilami

Mai 2009: Nach vierjähriger Pause wieder vor und hinter der Kamera vereint. Dieses Mal aber für keine spezifischen Männerbekanntschaften, sondern just for fun mit zu viel Make-Up und gewollter Provokation durch nonkonforme Klamottenauswahl.






















Brett Dennen ist ein fabelhaftes Exotenwesen. Durch und durch Künstler, der sich die Schlappen erstmal auszog, als er die Bühne betrat - und auch das ganze Konzert barfuß spielte. Und dabei die Hüften schwang. Ganz, ganz weiblich. Man merkte ihm an, wie er jedes Lied, jeden Ton gelebt hat und es war wirklich genial und wunderschön. Anstatt Gänsehaut hatte man bei ein paar spezifischen Songs einen Kloß im Hals. Einfach wunderbar. Nachdem ich um 17.30 Uhr von der Uni nach Hause gehechtet kam, flitzten Selda und ich noch schnell zum Rewe, um Kartoffeln und dergleichen zu kaufen und fuhren dann zur Reeperbahn, denn das Konzert fand in der...na, vielleicht 20 x 20 Quadreatmeter kleinen Prinzenbar in der Kastanienallee statt.

Da wir kein Bargeld mehr hatten und uns doch so ein, zwei Astra gönnen wollten während des Konzerts, gingen wir noch schnell zur Haspa in der Taubenstraße. Geld abgehoben, schritten wir gemächlich zur Prinzenbar zurück, wo ich, an einem der Schaufenster verweilend, einen großen, rothaarigen Mann stehen sah, den ich sofort ansprach und mit ihm ein kurzes Pläuschchen hielt: dass ich mich auf den Gig freuen würde, noch vor kurzem neidisch auf einen Freund in Washington war, der ihn dort vor zwei Monaten live sehen konnte und froh sei, dass er hierher gekommen ist. Er erzählte, dass er Hamburg ziemlich cool fänd und an irgendeinem großen See mit Fontäne wohnen würde. Und was das da für eine Party auf der großen Straße sei? Keine Ahnung, sagte ich, vielleicht Fußballübertragung? Wir quatschten noch kurz ein wenig... Jo, denn bis speder und wir verabschiedeten uns wieder.

Selda fragt so: War das eine ehemalige amerikanische Freundin von dir?
Ich gucke sie an: Nein, Selda. Das war Brett Dennen, auf dessen Konzert wir jetzt gehen :-D

Sympatischer Typ mit einer unglaublichen hohen, feinen und weiblichen Stimme. Das ist der gute Mann. Ich habe sonst keine Videos oder Fotos gemacht, weil ich das recht unhöflich und scheiße finde, zu mal ich ganz vorne stand. Wollte lieber das Konzert genießen und mich diesen textgewaltigen, gefühlvollen Songs ganz hingeben. Hab das Video für den Blog gemacht. Hier also ein Ausschnitt aus "One who loves you the Most". Die Qualität ist richtig schlecht, ihr müsst es ja nicht angucken.



Brett Dennen live in der Prinzenbar: Sehr intimes Konzert mit höchstens 100 Besuchern (mehr war auch kaum möglich, da Raum zu klein). Ein Konzert, eigentlich für Verliebte und glückliche Kuschelpaare (viele Schmuser und Knutscher um uns rum). Ein Sänger, dem man auch abkauft, was er tut und dessen Musik einen zutiefst bewegt. Das alles für unter 15 Euro - dafür ein Astra sagenhafte 3 Euro. Und Eurovision Songcontest Party auf dem Spielbudenplatz nebenan, wie wir später, als wir den Fernseher einschalteten, erfuhren.


Und ein letztes Mal Juli 2005: Damals, vor vier Jahren, nahmen wir das letzte Mal unsere Digicam in die Hand und fotografierten, wat dat Zeug hielt. Selda klassisch mit meinem "Hund" Rin Tin Tin.



Juli 2003: Nur ein paar Monate später reizte es uns wieder. 15 Jahre alt: Ganz klar, Augenbrauen waren überbewertet! Die Dramatik liegt trotzdem im dramtischen Blick.


Erneut Februar 2003: Das Feuer hatte uns gepackt und ich entdeckte ein ganz wunderbares Bearbeitungsprogramm für mich, mit dem man ein Foto, sagen wir mal, dezent bearbeiten und verändern konnte. Oh und man sieht mein altes Sofa. Ach, das roch immer so gut irgendwie.




Februar 2003: Erste Männerbekanntschaften traten in unser Leben (Stichwort Hüseyin: meine erste und letzte türkische Liebe) und wir entschieden uns für unseren ersten "sexy" Shoot für die Männer in der Türkei. Unfreiwillig komisch, wenn man jetzt betrachtet, wie wir versuchten, auf unsere 14-jährigen, kindlichen Gesichter Ausdruck zu bringen (meine Lieblingsbilder sind die beiden unteren. Wie ich gucke, brauche ich nicht beschreiben; da fallen einem sicherlich schreckliche Synonyme für ein - aber Hüseyin, meinem damaligen Freund, hat es gefallen).