Mittwoch, 11. Februar 2009

Machen Sie sich bitte nicht so viele Gedanken

Ich meine, jetzt mal im Ernst. Ich weiß selbst, dass ich mir viele Gedanken mache, ich mache mir über alles und jeden Gedanken. Viele gute, viele schlechte, viele sinnlose. Gedanken über den Tod und über das Leben, über die Vergangenheit und die Zukunft, über Liebe, Hass und darüber, wie die Welt funktioniert mit allen ihren Funktionen. Manchmal ist es echt ein hartes Los, sich Gedanken zu machen. Das kann schon mal weh tun, aber abstellen kann man es nicht und - was schadet es denn? Wo kämen wir denn hin, wenn sie niemand Gedanken machen würde? 

Ich bin also dabei meine Hausarbeit zu verfassen und schrieb meiner Dozentin unlängst eine Mail mit der Frage, ob wir die Hausarbeit in Blocksatz oder linksgliedrig schreiben sollen. Ja, das ist an sich schon banal. Andererseits: ich belege das Seminar wissenschaftliches Arbeiten und forschendes Lernen und wenn ich darüber eine Seminararbeit schreibe, dann möchte ich es auch gleich richtig machen. Wenn ich mir jetzt zum Beispiel angewöhne, immer linksbündig zu schreiben und eigentlich verlangt wissenschaftliches Arbeiten nach Blocksatz - wie soll ich mir das wieder abgewöhnen? Lieber gleich alles richtig machen und im Kopf drin haben, dann geht es bei den wichtigen Dingen wie Bachelorarbeit nicht mehr um Formalien. Also ist es keineswegs eine Banalität, sondern eine ganz normale Frage und wenn ich auf die Frage die Antwort bekomme, dass ich einfach machen soll und mir keine Gedanken machen soll, dann frage ich mich, wozu ich ein Seminar zum Thema wissenschaftliches Arbeiten absolvieren soll.

Nun gut, mit der Meinung steh ich wohl auf weiter Flur alleine da. Aber hey, ich habe schon mein Deckblatt fertig (oh ho). Hier ein Bild davon:
Schick oder? Mir gefällt es und das Bild macht deutlich, worum es geht. Der Arbeitstitel lautet übrigens: 
Schatz, komm lass uns Tauben vergiften im Park
Das Miteinanderleben von Stadtmenschen und dem grauen Gefieder

Weswegen ich heute poste: Ich weiß wieder nicht, wohin mit mir, mit wem ich meine Freude teilen soll! Ich habe doch tatsächlich das unmögliche geschafft und die Methodik der empirischen Sozialfoschungs-Klausur BESTANDEN! Yeeeees. Heute Abend wird die Flasche Weißwein, die ich noch im Kühlschrank habe, mein bester Freund sein. Alleine feiern sozusagen. Des weiteren arbeite ich weiter hart an meiner Hausarbeit. Der Plan lautet wie folgt: Morgen wieder sechs Stunden arbeiten, Freitag und Samstag von 9 bis 17 Uhr Blockseminar, Sonntag Hausarbeit, Montag sechs Stunden arbeiten, Dienstag sechs Stunden arbeiten, dann nach Hause, von Muttern alle Klamotten waschen lassen, währenddessen Hausarbeit schreiben, schreiben, schreiben, dann Mittwoch auch schreiben, abends eventuell ins Mephi mit den Mädels, Donnerstag ausdrucken lassen, Klemmhefter kaufen und ans Institut für Volkskunde schicken. Koffer packen. Freitag um halb 5 aufstehen und um halb 6 den Zug zum Düsseldorfer Flughafen nehmen und um 11.45 den Flieger nach Newark nehmen. Dann achteinhalb Stunden fliegen und um 14.05 Uhr Ortszeit TJ ne High 5 geben!

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