Als Ablenkung vom Lernen putzen ja die meisten ganz gerne, ich habe mich heute mal wieder vor den Herd gestellt. Zwar koche ich noch nicht für meine eigene, kleine, blonde Familie, aber immerhin schon für meine türkische Mitbewohnerin, die sich ja zunächst immer weigert, irgendwas zu probieren, letztendlich aber dann doch isst und meist auch mag. Ach ja und sie meinte, es war das beste, was sie seit Monaten gegessen hat. Das finde ich schon ganz schön gut als Kompliment. Und bald ist wieder Valentinstag und man wird kurz die Melancholische, weil man wieder keine Blume kriegt, wie jedes Jahr, aber dann denkt man sich: Och, rühr ich halt ein bisschen den Holzkochlöffel in der brodelnden Soße und stelle mir einfach vor, dass selbst ich eines Tages für meinen Mann und meine zarten Engelskinder kochen werde, aus dem Fenster gucke, wie er mit den Kindern im Garten spielt und der Hund (klar habe ich auch einen Hund - gehört zum perfekten Gesamtbild immer dazu) drum herum läuft. Dann mache ich das Fenster auf und rufe laut: Essen ist fertig und die vier kommen rein, mein Mann lacht und wuschelt meinem Sohn über das blonde Haar und ich gehe mit den Mädels ins Badezimmer und wasche ihnen die kleinen Patschehändchen und dann setzen wir uns hin und sie sagen: Oh das riecht aber lecker, Mama. Und ich sage: Na dann haut mal ordentlich rein, damit ihr groß und stark werdet. Und mein bester Ehemann wird sagen: Sehr lecker, Schatz, dafür kriegst du einen Kuss. Und dann krieg ich einen Kuss und dann gehen die Kinder Mittagsschlaf machen und Mama und Papa machen das, was die großen Leute tun, wenn sie sich lieb haben.. oh oh... und dann schreibe ich in meinem lichtdurchfluteten Arbeitszimmer weiter an meinem zweiten Buch (da sich das Erstlingswerk größter Beliebtheit erfreute und mit dem bescheidenen Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde) und mein Mann geht nach draußen und widmet sich seinem über alles geliebten Auto, denn wir werden übermorgen damit nach Schweden fahren mit den Kindern. Und so wird das sein, genau so und nicht anders. Bis dahin koche ich weiter für Zelt vom Feld und lerne Soziologie und funktional-strukturierte Gesellschaften und lasse den Valentinstag ohne Blume an mir vorbeiziehen.
Heute also schnippelte ich Mohrrüben, Lauchzwiebeln und rote Paprika.
Alles zusammen geschüttet kommt in eine Pfanne, wo ich kurz vorher bereits Putenfleisch, welches ich mit Pfeffer, Salz und Rosmarin gewürzt habe, beidseitig angebraten habe.
Nachdem es kurz angebraten wurde, wird Gemüsebrühe hinzugefügt und ich ließ es kurz einkochen.
Zur Gemüsebrühe kommt noch Kondensmilch und ach ja, nebenbei brodelt der gelbe Curryreis im kleinen Topf vor sich hin.
...bis es aufkocht, vergehen einige Minuten und die Soße wird langsam reduziert.
Geheimwaffe Nummer eins wird reingetan: Lecker Salca, gebackenes, türkisches Tomatenmark, zwei großzügige Teelöffel.
So sieht das dann aus, schöne Farbe. Wiederum ließ ich es aufkochen, sodass sich alles schön miteinander vermischt und den Geschmack annimmt.
Geheimzutat Nummer zwei: Zerquetschter Knoblauch ganz zum Schluss, um den Geschmack zu intensivieren. Lecker!
Das Fleisch, welches ich bei 100 Grad im Ofen gegart habe, kommt nun aus dem Ofen.

Und wird nochmals in einer kleinen Pfanne, in der immer alles anbrennt leider, angebraten und dann der Soße dazugegeben.
Voila. War echt sau lecker, nur leider ist der Reisturm etwas schief geworden.
1 Kommentar:
Schön, nur fehlt die Katze.
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