Samstag, 13. Juni 2009

Gute Nacht Freunde, es ist Zeit für

Es gibt Menschen, die trifft man und man weiß, die werden eine besondere Stellung im eigenen Leben einnehmen. Bei mir und Michel ist das wohl. Als ich mich für das Symposium für den 16. Juni einschrieb, habe ich überhaupt nicht auf den vorgegebenen Titel geachtet, sondern mich in die Gruppe eingetragen, in der am wenigsten Menschen stehen - große Gruppe meint viel Stress beim Vorbereiten, kleine Gruppe wenig.

So also Michel Foucault. Aha, nichts gedacht, bis dato. Dann aber immer wieder Reaktionen wie: Oh Gott, Foucault? Na dann viel Spaß...Prost Mahlzeit...haha, du Arme etc hören müssen. Mittlerweile weiß ich auch wieso, weil ich mich eingelesen und noch nicht viel Erleuchtung erfahren haben. Foucault ist harter Tobak. Dazu kommt ja noch, dass der gute Mann ja mehr so der Fingerzeig Typ war. Sprich, er hat viel schlaues gesagt und aufgezeigt, aber eben nur aufgezeigt - dazu kommt, dass der Foucault der 60er nicht der Foucault der 80er war. Er negierte seine Thesen immer wieder und ja, entwickelte sich weiter. Aber soll ich die foucaultsche Diskursanalyse darlegen, welche nehme ich dann? Die frühe, die späte? Alles in allem? Und was ist eigentlich ein Dispositiv?

Mit Dienstag wäre es also theoretisch überstanden. Theoretisch, wie sich herausstellte. Denn Foucault und ich, wiegesagt, da ist etwas. Etwas, was uns längerfristig aneinander binden wird. Nämlich auch noch für die Zeit meiner Modulabschlussprüfung. Foucault, so schien es mir nach mehrtätigem Stöbern in seinen Vorlesungen, lässt sich, wohl oder übel, eher übel als wohl... auf meine Tauben anwenden. Schiete, schiete, schie...

Nun darf ich also die foucaultsche Theorie, die ja gar keine ist, und man bräuchte ja Jahre und Seiten über Seiten, um den Franzosen zu verstehen, ja also diese Ansätze darf ich mit meiner Hausarbeit verbinden und herausfinden, ob es sich auf Tauben in der Stadt anwenden lässt. Thema Dispositiv, denkt mal drüber nach (und schreibt mir eine Mail, falls ein Geistesblitz euch erhellt).

Übrigens hat, so stellte ich eben erneut fest, nachts zu Fuß, mit Musik im Ohr, durch Hamburg gehen, etwas meditatives. Gut. Vielleicht sage ich das jetzt nur, weil ich gerade von einer Timmerbergschen Lesung komme und der Herr ja gerne darüber spricht, aber nein, mal im Ernst. Wenn ich 14 Minuten auf den Bus warten soll, macht es einfach Sinn, den iPod lauter zu stellen und zu Fuß zu gehen.
A kriegst du frische Luft
B Bewegung
und C hat man Zeit zum Nachdenken.

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