Mittwoch, 24. Juni 2009

Absolute Verneigung

Diese Frau ist wohl eine der wenigen, die es schafft, mir eine Gänsehaut auf meine Arme zu singen. So speziell, so textgewaltig und markant in der Stimme. So witzig, klug und charmant auf ihre Weise. Lieder bringen einen zum Weinen (Samson), Lachen(Poor Little Rich Boy) und inbrünstigem Mitsingen (Chelsea Hotel No. 2 Cover). Es gab schon Tage in meinem Leben, da habe ich das (leider) einzige Album, was ich von ihr besitze, in Dauerschleife gehört und wurde dessen nicht überdrüssig. Eine absolute Ausnahmesängerin, die es eigentlich verdient, mehr gehört zu werden, aber vielleicht ist es auch genauso gut, wie es ist.

Jedenfalls, erinnert ihr euch an den Post, den ich geschrieben habe, als ich die Bruce Springsteen Karten gekauft habe? Ich bin ausgerastet. So gefreut habe ich mich noch nie wohl über Konzertkarten. Zitternd stand ich in meinem amerikanischen Zimmer und wusste nicht wohin mit meinem Adrenalin. Ja, man kann mich durchaus noch begeistern.

Gestern stand ich in meinem hamburgischen Zimmer und wusste nicht wohin mit mir. Gestern Abend, nachdem ich in Rekordzeit meinen Essay geschrieben und hochgeladen hatte, war ich noch ein wenig bei Twitter unterwegs und landete irgendwie auf der Seite von Samantha Ronson (ihr wisst schon, die Ex Perle von Lindsay Lohan und berühmte DJane aus Los Angeles). Und was steht in ihrem Tweet?
Wat denn, wat denn? Regina Spektor hat ein neues Album? Dachte ich mir und checkte eben jenes so denn auch auf youtube und wurde fündig. Laughing With als erste Single Auskopplung des Ende Juni erscheinenden Albums Far. Reingehört, sofort verliebt. Wieder ein großartiges Lied á la Spektor. Gewaltig, endlos traurig, schwer verdaulich und doch irgendwie ohrwurmträchtig. Ich wurde süchtig nach dem Lied und hörte es zunächst gefühlte 23 Mal bis mir irgendwie in den Sinn kam, dass Leute ja auf Tour gehen, wenn sie ein Album rausgehen. Meine Chancen als schwindend gering einschätzend, besuchte ich Ticketmast UND ERLITT EINEN HERZINFAKT!
Und das Zittern begann. Wohin mit mir? Kurz geschrien..
Selda: Wat denn, wat denn?
Ich: Meine Güte, Regina Spektor kommt nach Hamburg, ich raste aus!
Selda: Aha, cool.

Ja, also mit ihr war nicht zu rechnen als Begleitung, mir war aber klar, ich musste handeln, schnell handeln und SOFORT Tickets bestellen. Auf Ticketmaster geklickt, zwei Tickets für 60 Euro (schon ein Brocken Geld, aber ehrlich, ich hätte 100 bezahlt, auch wenn es nicht angemessen ist - manche Träume muss man sich gönnen und es war immer, ich betone, immer seit ich Regina Spektor kenne, mein Traum, sie live zu sehen, also!) ...Tickets in den Wahrenkorb gelegt und ab zur Kasse. Kreditkartenzahlung only. Ach du Scheiße. Ging nicht, ich brauche endlich eine Kreditkarte! Ich konnte nichts machen und ging ins Bett, nicht ohne mit so einigen Liedern im Kopf und kindlicher Vorfreude einzuschlafen. 7.30 Uhr, noch vor dem Wecker stand ich auf und rannte in meinem Zimmer rum. 8 Uhr. Sofort Tickethotline angerufen. Nee, nur Kreditkartenzahlung. Das darf nicht wahr sein. Meine liebe Kommilitonin aus dem Bett geklingelt und ihr den Auftrag gegeben, heute in der Uni sofort zum Ticketschalter zu gehen und zwei Karten zu kaufen (dies implizierte, dass sie mitkommen würde. Wird sie auch, gottseidank). Also doch alles geregelt. Nun kann ich beruhigt weiter ihren Liedern lauschen und auf den 6. Juli freuen (zwei f*cking Wochen nur noch man)! An dem Tag schreibe ich übrigens zwei harte Klausuren hintereinander und werde dann wohl sofort zum Konzert müssen. Aber wo kann man sich besser beruhigen als bei der schönsten Weltschmerzmusik? Ein Hoch auf Regina Spektor! Ein Hoch auf diese wunderbarste Musik!

Sorry Leute, es folgen ein paar youtube Mitschnitte, ihr müsst es ja nicht anhören, solltet ihr aber. Ich hab sie extra ganz klein geschnitten, damit sie nicht nerven ;)

Poor Little Rich Boy: gleichzeitig Klavier, Drumsticks und Singen mit genialen Lyriks laden ein zum Jungsverdammen und ganz laut aufdrehen bei Autofahren, so dass einen der Bass richtig im Torax wummert.

Summer in the City: Lässt mich fast vergehen vor Sehnsucht nach New York City. Heißer Tag, der Asphalt brennt, Schweiß läuft den Rücken runter und die Sonnenbrille rutscht von der Nase. Es riecht trotzdem nach gebrannten Mandeln und Obdachlose betteln an jeder Straßenecke. Wahnsinnig guter Song zum sich-dahin-gleiten-lassen.


Samson: Dieses Lied habe ich mir seit Monaten nicht mehr angehört. Ich kann nicht, ich muss dann weinen. Wirklich, das Lied ist emotionsbeladen und generell ist das eher immer scheiße, denn irgendwann dreht es dir einen Strick draus. Aber da würde auch jeder harte Kerl weinen. Schon wenn die ersten Klaviertöne beginnen, muss ich kämpfen. Wie sie es aber auch immer wieder schafft, soviel Gefühl in ihre Stime zu packen, dass man als Zuhörer nicht anders kann, als die Kinnlade herunterklappen zu lassen. Das Lied ist so unfassbar schön, dass man doch gar nicht anders kann als seelig zu werden und sich einfach gehen zu lassen, sich mitreißen zu lassen von der Geschichte des Liedes. Wahnsinnig guter Song, wohl einer der besten, die es gibt. Wirklich. Jedenfalls wird das hart beim Konzert, echt hart.


Na und das letzte Video ist natürlich das offizielle, tadamm tadamm, Video der neuen Single Laughing With. Das Lied hat traurige Aktualität momentan. Schon die ersten Töne sollten einen zum Schweigen und Zuhören bringen. Bitte schön. Das wird ein fantastisches Konzert mit der ein oder anderen ergriffenen Träne und Dauergänsehaut.


Also, tut mir Leid Leute, wenn ich euch mit meinem Musikgusto auf den Sack gehe und es wenig interessiert, was ich so höre, aber gottseidank kann ich ja hier tun und lassen, was ich will und mir war gerade danach!

Keine Kommentare: