Ich war neulich mit Jon und TJ bei Barnes and Noble und der nette Verkaeufer berichtete uns, dass am kommenden Wochenende die alljaehrliche Steubenparade in Manhattan stattfindet. Die Steubenparade ist eine deutsch-amerikanische Freundschaftsparade, zu der deutsche Vereine eingeladen werden, Ehrengaeste (dieses Jahr Henry Kissinger und Helmut Kohl) teilnehmen und deutsch-amerikanische Buerger aus allen Staaten hinpilgern. So auch wir (wobei wir keine deutsch-amerikanischen Buerger sind...jedenfalls nicht wirklich). Also habe ich kurzerhand Anna-Lena angerufen und sie gefragt, ob sie nicht dieses Wochenende zu mir kommen wolle, um mit uns zur Parade zu pilgern. Sie hat sich dann Freitag um sieben Uhr abends in den Chinatownbus gesetzt (faehrt von Chinatown zu Chinatown fuer 35 Dollars hin -und zurueck).
Da sie mindestens vier, wenn nicht fuenf Stunden unterwegs sein wuerde, machte ich mich auf einen langen Abend gefasst. Ich musste Freitagabend eh arbeiten, daher war es nicht ganz so schlimm. Lisa und Jon waren auf einer Hochzeit eingeladen und so kam Judy um fuenf zu uns, um auf TJ aufzupassen (ich uebernahm dann um neun, damit sie nach Hause konnte). Ihre erste Frage war natuerlich, ob wir nicht Pizza bestellen wollen (wieso denken eigentlich immer alle, dass sie mir damit eine Freude machen). Zoegerlich schlug ich vor, doch auch mal chinesisch auszuprobieren, worauf sie dann fragte, wann ich das letzte Mal Pizza gegessen haette. 'Vorgestern', antwortete ich niedergeschlagen. Na dann wird es ja hoechste Zeit und schon hatte sie den Pizzamann an der Strippe und bestellte eine grosse fuer uns beide. Nachdem wir diese verschlungen haben, kraedenzte ich ihr noch ein Stueckchen von der Schokotorte (8230 Kalorien), die ich am Vortag gebacken hatte und um neun ist sie nach Hause gefahren (sie musste am naechsten Tag in Princeton unterrichten - alle in meiner Familie sind Lehrer oder Profs).
An dieser Stelle einen lieben Gruss an Andrea, unser lieber Jaegermeister-Azubi.
Um elf kamen dann Lisa und Jon nach Hause und Lisa ist, wie immer, auf dem Sofa eingeratzt und Jon ist ins Bett gegangen. Ich habe dann auf dem Sessel rumgepimmelt und ab und zu, schlaftrunken, mit Anna-Lena telefoniert, die arme sass ja schliesslich im ungemuetliches Bus ohne Musik, ohne Buch, ohne alles. Der Bus kam dann puenktlich um halb eins an und Anna-Lena ist zur Bahnstation gesprintet. 10 Minuten spaeter erhalte ich den Anruf, dass sie den Zug verpasst habe und nun eine Stunde warten muesse...ich war den Traenen nahe. Ich war so dermassen muede an dem Abend, alles, was ich wollte, war schlafen in dem Moment und ich konnte nicht, weil ich Angst hatte, dass ich das Telefon nicht hoere, wenn sie dann abgeholt werden moechte. Also habe ich bis kurz nach halb drei (!) gewartet und bin dann in Schlafsachen zum Bahnhof gefahren, um sie abzuholen. Da die gute aber ihren toten Punkt schon ueberwunden hatte, hat sie in der Kueche noch das letzte Stueck Torte verspeist und mir munter von ihrer Familie erzaehlt. Irgendwann habe ich dann angemerkt, dass ich muede bin und gegen vier sind wir dann eingeschlafen und um zehn am Samstag wieder aufgestanden. Juchu soweit.
Am Samstag war dann Chaos pur, weil wir beide getroedelt haben und um viertel vor 11 Anja vor der Tuer stand - der Zug fuhr um 11.07 Uhr. Ich hatte noch nasse Haare, wir waren gerade beim Fruehstuecken. Also hab ich die beiden As schon zum Bahnhof geschickt, damit sie sich Tickets holen konnten und mir in der Zeit Haare gefoent, Jon hat mich dann barfuss und mit quietschenden Reifen zum Bahnhof gefahren und wir sind in den Zug gesprungen. In Manhattan angekommen, haben wir die Subway genommen und sind zur 63sten hochgefahren, dort ausgestiegen, zum Paradenanfang gehechtet und die Peiner Schuetzen gesucht (mein Vater hat mir naemlich vorher telefonisch mitgeteilt, dass diese auch am Start seien - wie cool ist das bitte?). Wir haben sie nicht gefunden und so sind wir losgelaufen. bis zur 86ten hoch. Gelaufen. Uff... ausser Atem haben wir uns dann ans Ende der Parade gestellt, schnieke Fotos gemacht, Helau und Alaaf faelschlicherweise gerufen, endlich Larissa gefunden, bei Herbert und den Sportfreunden mitgegroelt und Kamelle gefuttert.
An dieser Stelle einen lieben Gruss an Anja, oeffne naechstes Mal die Augen, wenn jemand ein Foto von dir macht, Hase :DAls wir dann endlich, endlich die Peiner Schuetzen gesichtet haben, bin ich hingerannt und habe Heeeeeeeeeeeimaaaaaat gerufen. Wir haben dann alle Erinnerungsfotos mit denen gemacht und auf einmal ruft eine Frau hinter uns (ach ich schreib das schnell als Dramaszene):
Frau: Ich komme auch aus Peine!
Schuetze: Und wer sind sie?
Frau: Frau Klages.
Schuetze: Ach was, vom Klages Clan?
Frau: Ja, mein Vater war in der Gewerkschaft. Und was macht ihr hier?
Wir: Wir sind Au Pairs und waren am Gymnasium Gross Ilsede.
Frau: Herr Unruh ist mein Onkel.
Wir: Ach was, der hat immer Verkehrsunterricht mit Wuschel, dem Verkehrshund, gemacht.
Frau: Das ist ja toll, das muss ich ihm gleich mal erzaehlen.
Danach sind wir in den Central Park marschiert, um dort noch weiter zu feiern. Aber leider war die Schlange vor dem Eintritt zum Festzeltgelaende (Oktoberfest) so lang, dass wir keine Lust hatten, anzustehen. Deswegen haben wir uns erstmal hingeflaezt und entspannt. Und den tollen Saxophonisten aus Sachsen (haha) zugehoert. Die haben am meisten Stimmung gemacht und waren wirklich gut.
Dann sind wir, magenknurrend, zum Times Square gegangen und haben dort im T.G.I Friday's gegessen. Naja, der Hit war es nicht, verhaeltnissmaessig arschteuer und unser Kellner Rob war ein stockschwuler (nicht persoenlich nehmen, homosexuelle Leser), rappender, beknackter Typ.
Am Times Square kann man leider niemals, niemals, niemals den verlockenden Geschaeften widerstehen und so haben wir uns alle etwas feines gekauft. Larissa hat sich dann Richtung Grand Central Station verabschiedet und wir haben uns noch ein super duper huper guper leckeres Eis in der Coltstone Creamery (Liebe) gekauft. Es hat zwar mehr Kalorien als meine Schokotorte (also mindestens 8231), aber wir haben jeden Happen genossen.
Und dann endlich, nach einem aufregenden, coolen Tag in Manhattan, sind wir nach Hause gefahren - hat Spass gemacht, Freunde!
Hier noch einige Manhattan Impressionen:
Schildkroete im See im Central Park. Die sind da so rumgehuscht. Denken wohl, sie seien Fische, Behindis.
Stationenschild (oder wie das heisst) in der U-Bahn, hat wohl keiner seit sechs Jahren aktualisiert.
Topfoto vom Chrysler Building (ich finde es 10x schoener als das doofe Empire, wobei jenes an dem Tag in schwarz rot gold geleuchtet hat).
Dampf aus Dings am Times Square. Muss auch mal sein.
Ja und Sonntag sind Washington-Anna-Lena und ich dann in die Mall meines Vertrauens gefahren und wir waren noch ein bisschen shoppen. Ich habe sie zum Zug gebracht und naechstes Mal sehen wir uns in Washington DC oder bei den Niagara Faellen, mal sehen, was wir zuerst machen.
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