Freitag, 28. September 2007

Be my Yoko Ono

Wuerde es ein Lied geben, was zur Zeit mein Leben beschreibt, dann waere es wohl 'Don't stop me now' von Queen (ausser, dass ich weder 'Mister Fahrenheit' noch ein 'supersonic man' bin, passt das Lied ziemlich gut, da ich momentan die beste Zeit meines Lebens habe - bis jetzt).

Und abgesehen davon, dass ich gerade eine verdammte Grippe habe, und mir die Suppe aufgrund des Fiebers aus allen Poren laeuft und wir hier immer noch taeglich um die 80 - 85 Grad Fahrenheit haben (32 von der Fahrenheit-Gradzahl subtrahieren und durch zwei dividieren, passt ganz gut), ist mein Leben einfach traumhaft. Mir fehlt es an nichts (naja vielleicht an einem ordentlichen Stueck Brot), alles, was ich mache, bereitet mir Freude, ich habe tolle Freunde gefunden und es gibt fast nichts, was ich gerade lieber machen wuerde. Heute hat mich der liebe Jaegermeister Azubi am Telefon gefragt, was ich eigentlich den ganzen Tag so mache (da ich ja doch relativ haeufig an der Strippe haenge). Und das brachte mich auf die glorreiche Idee, euch mal einen Einblick in meine Routine zu geben. Ich versuche nun also, so gut es geht einen Wochenueberblick abzuliefern.
Mister T. auf der Terasse - wir haben offensichtlich mit Wasser gespielt.

Montags bis freitags beginnt mein Tag mit dem wundervollen Klingelton meines Handys um 7.30 Uhr. Da ich eher zum Typ Langschlaefer und Morgenmuffel gehoere (wurde glaube ich in der Abizeitung sogar zum groessten Morgenmuffel gewaehlt - ich schaeme mich und entschuldige mich hiermit fuer meine eventuellen morgendlichen Zickereien), bleibe ich dann also noch so gut 20 Minuten liegen, ratze moeglicherweise nochmal kurz weg und stehe dann widerwillig auf, werfe meinen Morgenmantel ueber (ich kann ja leider nicht nackt ins Badezimmer gehen - die Gefahr, dass mir irgendjemand auf dem Flur begegnet, ist zu gross) und latsche schlaftrunken ins Bad. Dort stelle ich den Rasierer, Duschzeugs und Zahnzeugs in die Duschwanne und mache mich fertig. Mit nassen Haaren trotte ich dann wieder in mein Zimmer, genervt, weil das Licht immernoch blendet und ziehe mir irgendwas Pimmeliges fuer den Tag ueber (dass ich so schlampig angezogen war, kam mir ja auch gleich zugute als Sean das erste Mal unverhofft geklingelt hat...). Dann gehe ich runter in die Kueche, trinke schon mal einen O-Saft (OJ hier genannt) und warte, bis TJ ruft, meistens kommt Lisa dann auch runter, wir murmeln beide ein 'Morgen' und man geht sich mehr oder weniger ein bisschen aus dem Weg (liegt wohl eher daran, dass ich morgens nicht DER gespraechigste Mensch bin). Dann wacht TJ auf, schreit: 'I wake up!' und ich setz ihn erstmal aufs Klo. Wir beide schweigen uns dann meistens an, weil er auch seine Zeit zum Aufwachen braucht. Lisa verlaesst in der Zeit das Haus. Dann geht es runter, wir futtern beide meistens Muesli oder Haferflocken mit Weintrauben. Dann mache ich ihm den Fernseher fuer eine Sendung an (geht immer 30 Minuten). Die Zeit nutze ich, um unser dreckiges Geschirr wegzuraeumen, die Kueche ein bisschen aufzuraeumen und kurz meine Mails zu ueberpruefen. Er braucht die Zeit auch, glaube ich, weil er dann so richtig wach wird und keine schlechte Laune mehr hat, wenn man ihn anspricht. Dann geht es hoch, Zaehne werden geschrubbt und Klamotten angezogen. Diese Morgenvariante spielt sich dienstags, donnerstags und freitags ab. Montags und mittwochs hat TJ von 9 bis 11.15 Uhr Preschool, wo Lisa ihn immer hinbringt. Das bedeutet Ausschlafen fuer mich - meine zwei persoenlichen Lieblingstage.

TJ, ganz der All American College Boy mit seinem grauen Kapuzenpulli und seinem Rucksack kurz bevor er zur Preschool geht (und mit Fruehstueck - eine Banane).


Mister TJ mit dem coolen Rucksack, den ich ihm geschenkt habe, auf dem Weg zur Preschool, der alte Gangster.

Dann machen wir irgendeine Morgenaktivitaet, wie ich es mal nennen moechte. Montags ist das also Preschool, dienstags meistens Bahnhof (sprich wir gehen zum Bahnhof, setzen uns auf eine Bank und gucken 5 bis 10 Zuege an, die durchfahren - da ich meinen gut gefuellten iPod immer dabei habe, ist das fuer mich nicht so todeslangweilig, wie es sich anhoert. Ist jedenfalls TJs Lieblingsbeschaeftigung). Mittwochs hat der gute Preschool vormittags und donnerstags hat er Wissenschaftsunterricht von halb 12 bis um viertel nach. Wissenschaftsunterricht oder auch Eureka Kids bedeutet, dass 3 bis 4 Kinder spielerisch lernen, wie ein Vulkan funktioniert, sie spielen im Wasser, lernen, was schwimmt auf der Oberflaeche, was geht unter usw.) Am Freitag ist dann der Horrortag fuer TJ - er hat Schwimmunterricht. Er war letztes Mal das erste Mal dort und hat die halbe Stunde durchgehend panisch geweint und meinen Namen gerufen - und ich durfte nicht zu ihm in den Raum - mir haette es ja fast das Herz zerissen, der arme, kleine Kerl.

TJ am Bahnhof, meinen Eistee trinkend (er will immer alles haben, was ich habe)

Nach unserer morgendlichen Aktivitaet toben wir dann noch ein bisschen auf dem Sofa rum und dann gibt es Lunch, welcher entweder aus Chicken, ABC Suppe, Broccoli, Nudeln oder Muesli besteht. Dann geht es ab zum Mittagschlaf fuer 2 bis 3 Stunden - die Zeit, die ich meist telefonierend oder chattend oder aufraeumend oder entspannend oder fernsehguckend verbringe. Gegen 3 Uhr wacht the T dann auf, Klamotten werden wieder angezogen, eine seiner Lieblingssendungen wird geguckt (meistens 'Go, Diego, Go') und dann spielen wir im Keller Baseball, springen auf meinem Bett rum, kneten kleine Tierchen oder spielen Baby (hat er neulich fuer sich entdeckt: ich muss ihn die ganze Zeit rumtragen, er streckt die Zunge heraus und brabbelt vor sich hin, ich erklaere ihm zwar immer, dass Babies ihre Zungen nicht herausstrecken als seien sie behindert, aber er macht es trotzdem). Dann setzen wir uns meistens vorne auf unsere kleine Mauer und warten auf Jon und beobachten Eichhoernchen. Falls wir keine Milch oder kein Muesli mehr haben, setz ich ihn ins Auto und wir fahren einkaufen, ihm macht es Spass und mir auch, also kein Problem. Manchmal, wenn ich Lust habe, setz ich ihn auch ins Auto und wir fahren in die Mall. Dort gibt es fuer ihn viel zu entdecken, da sie auch fuer die kleinen Besucher viel zu spielen bietet, und ich nutze die Zeit natuerlich und kauf mir eine Zeitschrift oder was leckeres zu trinken, hoehoe.
Ich, beim Bienenstich backen fotografiert.
Das war dann wohl der Fotograf des obrigen Bildes beim Versuch eines Selbstportraits.

Wenn Jon dann zu Hause ist, uebernimmt er TJ quasi und ich gehe hoch in mein Zimmer und schaue fern (seit gestern auch DVD, da ich jetzt einen DVD Player in meinem Zimmer habe - wie gut!). Meist schnacke ich dann noch mit Anna-Lena oder mit Anja und zweitere und ich treffen uns abends dann nochmal gerne auf ein Teechen im Barnes and Noble Starbucks, gehen nochmal in die Mall, ins Kino oder laestern einfach nur in meinem Zimmer ueber ihre Gastfamilie. Montags und mittwochs habe ich jeweils meine beiden College Kurse, kann also an den Abenden nichts unternehmen, und wenn ich nichts mit Anja mache, gehe ich normalerweise (wenn ich nicht gerade an Grippe leide) ins Fitnessstudio, dort trainiere ich Cardio oder Muskeln, hole mir Tipps von meinem Kumpel, dem Fitness - und Ernaehrungscoach Jorge (wir sind so: 'Zwei Finger aneinander reiben'), oder gehe ins Schwimmbad - und alles fuer 21 Dollars im Monat, total guenstig.

TJ und ich auf dem Weg zum Schwimmbad - geplant war eigentlich, dass er (wenigstens so tun soll, als ob er) den Kuss gut findet und laechelt. So viel dazu.

Er ist schon eine coole Sau mit seiner Sonnenbrille.

Meine Wochenenden habe ich bis jetzt meistens in Manhattan mit shoppen, essen oder sightseeing verbracht (manchmal auch einfach nur im Central Park pimmeln, wenn es zu warm ist). Letztes Wochenende hatte ich ja sturmfrei und hab das voll ausgekostet und bin zu Hause geblieben - Sonntag bin ich sogar nackt runter ins Badezimmer gegangen - es war so schoen).

Sicht aus dem M&M Laden am Times Square.

Jap, und dann ist auch schon wieder Montag. In naechster Zeit werden wir uns auch zusammen setzen und unsere naechsten, groesseren Ausfluege planen (Boston, Philadelphia, Washington DC, Kanada, Niagara Faelle und Silvester). Sobald Anja auch in Metuchen wohnt, wird es sowieso noch einmal eine Nummer besser. Darauf freue ich mich, ich habe naemlich neulich bei einem abendlichen Spaziergang (klingt zwar omahaft, aber ich geniesse das wirklich und mit meinem geliebten iPod macht es doppelt so viel Spass) ihr neues Zuhause ausgekundschaftet und wie es scheint, ist ihre neue Familie, die uebrigens eine Strasse weiter wohnt, eine richtige Bonzenfamilie. Das Haus ist der Hammer und sie hat sogar einen Plasma TV in ihrem Zimmer an der Wand und das Beste: Ich darf bei ihr schlafen so oft ich will. Juhu!!! (Jon meinte ja gleich: na dann wechsel doch die Familie).
Natuerlich ist nicht jeder Tag routinemaessig wie oben beschrieben, aber so laeuft es doch meist und mehrheitlich ab. Ich kann sagen, dass ich uebergluecklich bin, in dieser Familie gelandet zu sein, denn sie ist echt das Beste, was mir hier passieren konnte. Ich habe so viele Freiheiten, fuehle mich sehr wohl und bin nur einen Katzensprung von dieser geilen Stadt New York City entfernt. Ich werde dafuer bezahlt, dass ich mit TJ spiele. Und TJ ist nun wirklich das beste Kind, was man sich wuenschen kann. Also was will ich mehr?
Morgen habe ich uebrigens wieder das Macbook zur Verfuegung, das bedeutet, wenn ihr Lust habt, mit mir audiovisuell zu kommunizieren, dann hab ich Morgen Zeit - Weihnachten kaufe ich mir dann wahrscheinlich selbst ein Macbook.
Mein Skypename ist Lisaliebesgott -warum ich so heisse, koennt ihr mich ja dann bei Skype fragen :D

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