Donnerstag, 22. November 2007

Yippie ya yeah, Motherfucker

So endlich. Heute Abend finde ich nun Zeit, ueber meinen Krankenhausaufenthalt zu berichten.
Zwar waren wir das Wochenende davor in Washington DC, aber der Aktualitaet und Brisanz halber schreibe ich den Bericht ueber Washington in zwei Teilen und setze, mementomaessig, das Ende an den Anfang.

...Samstag Nacht bin ich ploetzlich schweissgebadet aufgewacht. Mir war auesserst unwohl, ich fuehlte mich fiebrig und schlecht war mir auch. Larissa neben mir hat seelig geschlafen, aber fuer mich war die Nacht gegen vier Uhr vorbei. Habe dann angefangen, mich auf der Stelle zu wenden und rumzustoehnen (definitiv nicht aus Spass an der Freude). Irgendwann habe ich es dann nicht mehr ausgehalten, bin zum Klo getorkelt (mir war ziemlich schwindelig) und hab erstmal den roehrenden Hirsch gemacht. Sprich ich hab mir die Seele aus dem Leib gekotzt und spaetestens zu dem Zeitpunkt habe ich erkannt, dass das nicht aufgrund des Alkohols drei Stunden zuvor kommen kann (siehe Bericht 2).

Bin danach wieder ins Bett, wobei das nicht das Angenehmste war, weil es mir einfach hundeelend ging. Gottseidank ist das irgendwann Anna-Lena wach geworden und ich habe mich auf das Sofa gelegt, wo ich den Kopf hochmachen konnte. Mittlerweile war es draussen auch hell. Einen weiteren Magenausleerungsprozess spaeter war die Sonne aufgegangen und super schoener, gerade noch vermisster, zu allem Uebel dazukommender Durchfall vom Feinsten setzte ein (ich sollte ab dieser Stelle vielleicht nicht mehr so ausfuehrlich schreiben - aber ihr sollt euch ja ein Bild machen koennen). Ich zitterte am ganzen Koerper und hatte schon weh tuende Gaensehaut. Also mittlerweile Schuettelfrost, Magen-Darm und Fieber (wobei es das erste Mal messen nur 98,2 waren - also erhoehte Temperatur).

Gegen Mittag habe ich bei Lisa angerufen, denn John, Anna-Lenas Gastvater, hat gesagt, dass ich auf keinen Fall mit dem Chinatownbus um vier nach Hause fahren kann. Das war auch das letzte, wonach ich mich fuehlte. Meine Energie war seit ein paar Stunden auf dem Nullpunkt und ich konnte mich auch nur noch in Zeitlupe zum Klo schleppen. Es ging gottseidank klar, dass ich Montag nicht arbeiten musste und so blieb ich den Sonntag bei den O'Briens, waehrend die arme Larissa alleine fuenf Stunden nach Hause fahren musste. Irgendwie habe ich den Tag mit weiter Magen-Darm-Schuettelfrost-Fieber herumbekommen ohne zu essen oder zu trinken - blieb ja eh nicht da, wo es bleiben sollte, um es nett auszudruecken.

Die Nacht kam und ging vorbei und der Montagmorgen kam und sah genauso beschissen aus wie Sonntag. Ich dachte, nachdem ich mich ausreichend ausgeruht habe, gehe es mir besser, aber Fehlanzeige. Ich hab mich eher noch matter gefuehlt und ohne Witz, ab und an habe ich sogar meinen Puls gefuehlt, weil ich teils dachte, ich bin gerade live beim letzten Tag meines Lebens. Ich war so schwach wie noch nie - und ich hatte schon oft mal eine Magen-Darm-Geschichte, aber sowas hatte ich noch nicht erlebt. Anna-Lena hat auch angefangen, sich Sorgen zu machen. Sie ist zum CVS gefahren und hat isotonische Getraenke und Salzstangen gekauft, ich habe aber beides nicht herunterbekommen. Nach einer weiteren, furchtbaren Nacht, hat mich Anna-Lena dann Dienstag um elf Uhr morgens in die Notaufnahme ins Krankenhaus in Alexandria gebracht. Nach einem sehr besorgten Blick auf mich seitens der Empfangsdame, wurde ich sofort durchgeschickt (ich hatte platte Haare, blutunterlaufene Augen, wobei das linke halb zugeschwollen war, weisse, ausgetrocknete Lippen und rote Haut vom Fieber und Ausschlag). Erschoepft habe ich mich auf die Liege gelegt im Behandlungszimmer und sofort kam eine Krankenschwester, hat mir Blut aus der Armbeuge abgenommen und eine intravenoesen Eingang gelegt (ich nenne es mal im Rest des Berichts IV, kommt noch oefter vor). Ach ja und eine Urinprobe musste ich auch abgeben (worin spaeter noch Staph Bakterien gefunden wurden). Eine Krankenschwester kam herein und stellte mir eine Riesenpulle Kontrastmittel auf den Tisch, die ich austrinken musste, weil ich durch die Roehre geschoben werden sollte. Widerlich. Dann ging es im Rollstuhl (!) zum Roentgen (was ich vergessen habe, das Erste, was ich machen musste, als ich ankam, war, mich komplett auszuziehen und einer dieser entzueckenden, blauen Krankenhausmaentel, die hinten offen sind, anzuziehen). Beim Roentgen musste ich mich vor eine circa ein Quadratmeter grosse Wand stellen, hinter mich wurde das Geraet geschoben und ich musste diese Wand umklammern. Dann wurde das Foto gemacht und das gleiche Spiel nochmal von der Seite. Dabei wurde mir, und das hat mich gewundert, kein Bleischutz irgendwo umgemacht. Mir war nicht klar, dass man das nicht mehr tut, ich dachte, die Strahlen seien schaedlich.

Nachdem ich mit dem Rollstuhl (fuehlte mich wie 100 Jahre alt, alle gucken einen mitleidig von oben herab an) zurueck in mein Zimmer geschoben wurde, galt es, dieses furchtbare Kontrastmittel weiterzutrinken. Der Arzt kam ab und zu in den Raum, hat sich nach meinem Befinden erkundigt und erklaert, wie es weitergehen wuerde. Nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich es nicht schaffe, das ganze Zeug zu trinken, hat er gottseidank gesagt, dass das in Ordnung gehe und so wurde ich dann wieder mit dem Rollstuhl zu einem Raum geschoben, wo ich durch die Roehre muesste. Nachdem Anna-Lena und ich weiter gewartet haben, kam ich dann um sieben Uhr abends auf ein Zimmer im ersten Stock - nach acht Stunden Notaufnahme.

Das Zimmer teilte ich mir mit einer circa 70 jaehrigen, farbigen Frau. Wir waren aber durch einen Vorhang voneiander getrennt. Ich war totmuede. Leider wurde es nichts mit schlafen, weil ich gegen halb acht von einer Krankenschwester geweckt wurde, die mit mir einen Fragebogen ausfuellte. Unter anderem wollte sie wissen, ob ich mein Testament schon gemacht haette und meine Organe spenden wuerde im Falle eines Falles. Da war ich natuerlich wieder wach. War ich echt kurz vorm Ableben? Da kriegt man es wirklich mit der Angst zu tun und Anna-Lena war auch schon weg. Schrecklich. Nachdem die Dame weg war, kam nach einer Stunde eine Krankenschwester, fuellte einen weiteren Bogen mit mir aus, unter den ich auch noch unterschreiben musste. Ich weiss leider nicht mal, was ich unterschrieben habe, weil ich so muede und fiebrig war (immer noch 40).

Als Naechstes kam jemand und hat mir etwas gegen Schmerzen, Durchfall und Fieber gegeben. Scheinbar habe ich eins davon nicht vertragen, weil ich dann roten Hautausschlag an Beinen, Ruecken und Bauch bekommen habe, der zu allem Uebel auch noch gejuckt hat. Ein Arzt kam dann und hat sich das angeguckt - er hat natuerlich mein Hemd zur Seite gezogen und ich lag da vor ihm und zwei Schwestern nackt auf meinem Bett, aber irgendwann ist dir das auch egal. Ich wollte nur noch schlafen.

Das stellte sich leider die Nacht als schwierig heraus, weil, nachdem um elf Uhr die letzte Schwester kam, so dachte ich jedenfalls, kam jede Stunde jemand anders, mass meinen Blutdruck (tut ganz schoen weh, wenn man IV im Arm hat und der dann auch noch zusammen gedrueckt wird) und mein Fieber, welches kaum herunter ging (aber nur noch bei 103 war).

Um fuenf Uhr morgens wurde mir dann Blut aus der Hand abgenommen. Auch auesserst schmerzhaft. Also ich hatte nie ein Problem (ausser als Kind) mit Spritzen, aber seit letzter Woche bin ich wieder misstrauisch. Um halb sieben wurde ich dann im Rollstuhl abgeholt und zum Ultraschall gefahren. Eine Stunde spaeter ging es nochmals durch die Roehre (macht ja so Spass) und dann gab es lecker Fruehstueck - Pancakes und Bacon - ich habe natuerlich nichts gegessen. Dazu lactosefreie Milch (ich durfte uebrigens die ganze Nacht nichts trinken, obwohl ich den aller aller aller aller aller schlimmsten Durst hatte, den man sich vorstellen kann - wohl aufgrund der Roehre, oder auch CT genannt). Geweckt wurde ich uebrigens nicht um halb sieben durch die Krankenschwester mit dem Ultraschall, sondern den Kotzgeraeuschen meiner Zimmernachbarin...lecker.

Den Tag habe ich Fernsehguckend im Bett verbracht. Alle Krankenschwestern haben sich wirklich nett um mich gekuemmert, und ich muss sagen, auch die Aerzte waren sehr nett und besorgt um mich. Ich habe durch die IV gegen Mittag das erste Antibiotikum bekommen, weil sie zwar von einem Virus ausgegangen sind, aber nur fuer den Fall, dass es doch ein Bakterium sei, Antibiotikum geben wollten. Gut. Nehm ich so hin. Nachdem das Antibiotikum 'leer getrunken' war von meiner Vene, setzte Stephanie, meine Krankenschwester fuer den Tag (in der Nacht waren es Kenisha und Mary) noch ein weiteres Antibiotikum an meine Vene (floss zusammen mit dem Salzwasser in den Blutkreislauf). Gerade, als das Telefon klingelte und meine Oma anrief, habe ich ploetzlich einen sehr starken, sehr starken, sehr starken Schmerz in meinem Arm mit der IV gespuert. Die Nadel tat unglaublich weh, und so habe ich das Telefon nur weggeschmissen und und die Notruftaste auf meinem Telefon gedrueckt. Dann kommt eine Stimme und fragt, was man will. Und ich hab nur reingerufen, dass ich ganz schnell meine Krankenschwester braeuchte und es ein Notfall sei, natuerlich meinte sie, dass sie sie schicke, aber als nach 10 Sekunden keiner da war, hab ich direkt bei Stephanie auf dem Handy (die lassen immer so eine vierstellige Nummer auf dem Whiteboard im Zimmer) und hab ihr nochmal gesagt, dass es ein Notfall sei. Dann kam sie auch endlich und nach einem Blick auf meinen Arm meinte sie nur: Oh my Godness! Mein Arm war naemlich mit roten Blistern uebersaeht, dick angeschwollen und meine Finger hatten einfach keine Gelenke mehr, sondern waren dicke Bockwuerste geworden. Also todesallergische Reaktion auf das Antibiotikum! Schmerz!!! Abgesehen davon, war ich, wahrscheinlich durch den Schmerz, extrem kurzatmig und hatte das Gefuehl, meine Lunge nicht bis zum vollen Volumen nutzen zu koennen.

Stephanie hat schnell die Verbindung zum Antibiotikum beendet und irgendso ein Wasser in meinen intravenoesen Eingang gespritzt, um den Rest Antibiotikum herauszubekommen. Da hab ich auch nochmal laut protestiert. Sie hat das Salzwasser wieder angeschlossen, aber leider hat auch das dann anschliessend maechtig weh getan in der Vene UND DANN GING DER ALPTRAUM ERST RICHTIG LOS.

Sie entschied, dass die IV auf den rechten Arm verlegt werden muss und rief fuer eine zweite Krankenschwester, sie riss die Pflaster vom IV vorsichtig ab, was mich schon zum lauten Stoehnen gebracht hat. Sie stoppte die Blutung mit einem kleineren Pflaster und eine zweite Krankenschwester kam mit dem Equipment fuer die zweite IV. Die wurde mir auf (!) den rechten Unterarm gestochen, was wiederum sehr, sehr weh tat. Ich war an dem Punkt angekommen, wo mir alles zu viel wurde und waehrend sie den Eingang gelegt haben, schossen mir die Traenen in die Augen. Erst sind die Traenen still und heimlich mein Gesicht herunter gelaufen, aber da das, was die Krankenschwestern gemacht haben, wirklich kontinuierlich weh tat, musste ich immer mehr weinen, was den Krankenschwestern wirklich aufrichtig leid tat und als sie fertig waren, lag ich da erstmal alleine, mit zwei zerstochenen Armen, an die Maschine angeschlossen und hab so vor mich hingeschluchzt. Nach ungefaehr fuenf Minuten kam eine Aerztin und zwei chinesische Krankenschwestern (ich sag das, weil sie ganz entzueckt ueber meine kleinen, winzigen Schuhe waren. Laut ihrer Aussage, haette ich enorm kleine Fuesse - und das von ner Chinafrau gesagt zu bekommen). Da ich immer noch am Weinen war, haben sie sofort versucht mich zu troesten und im ruhigen Ton erklaert, dass die Aerztin jetzt den Sauerstoffgehalt im Blut ermitteln muss, weil ich so extrem kurzatmig sei. Dies geschehe durch eine Blutabnahme (sie haben mir nicht gesagt, dass das durch eine Vene, sondern Arterie geschieht). Jeweils eine Chinesin auf jeder Seite und Chinese 1 meinte, ich koennte ihre Hand halten, wenn es weh tut. Aber ich hab ja eh schon geweint und da ich schlecht drauf war, hab ich gesagt, ich will nicht, dass mich irgendwer anfasst.

So. Die Aerztin hat am rechten Arm in der Armbeuge angesetzt und gestochen. Ich hab sofort laut gestoehnt und protestiert und hallelujah gerufen, geflucht, geweint, geschrieen und versucht, meinen Arm aus der Misere zu ziehen. Chinesin 2 hat sich ueber mich gelegt und versucht, mich runterzudruecken und Chinesin 1 hat meine Hand genommen, die sich sofort mehr als kraeftig gedrueckt habe. Wirklich, so einen Schmerz hatte ich, abgesehen von der Steissbeinverstauchung damals in Kroatien, noch nie. Diese Spritze war dermassen schmerzhaft, dass ich mich vor Schmerz fast uebergeben haette und mir schwarz vor Augen wurde. Mir war auch egal, dass ich wie ein kleines Kind geschrieen habe und geweint habe, ich wollte einfach nur, dass sie aufhoert. Ich hab immer wieder gerufen, dass ich das nicht ertragen kann und sie bitte aufhoeren soll und dass es weh tut und dabei mit den Beinen versuch, um mich zu treten. Es muss von aussen auesserst dramatisch ausgesehen haben (war es auch). Die Aerztin hat immer nur: Jesus! Holy Christ! Oh my Goodness! Gosh! gerufen und mir immer wieder gesagt, ich muss still halten, weil die Arterie (aha, da haben wir es ja!) ihr immer wieder wegrutsche. Man muss sich also vorstellen, dass sie durch die ganzen Venen durch zu den Arterien gestochen hat und diese ihrer Nadel immer wieder wegrutschte, sodass sie in meinem Arm nach einer Ader gesucht hat. ES TAT SO WEH. FICKE.

Nach circa einer Minute Tortur hat sie aufgegeben und gesagt, meine Guete, eventuell muessen wir es nochmal machen. Da wurde ich hysterisch. Die Aerztin und Chinesin 2 haben dann den Raum verlassen und Chinesin 1 ist bei mir geblieben und mir beruhigend ueber den nur zweimal gestochenen Arm gestrichen, weil ich kurz vorm Hyperventilieren war. Ich hab vom Weinen und Luft anhalten kaum noch Luft bekommen und war fix und fertig. Als meine Krankenschwester Stephanie dann herein kam, hatte sie sofort die Lage gecheckt und nachdem ich ihr unter weinen gesagt habe, dass ich keine Spritze mehr ertragen kann, meinte sie, dass das in Ordnung sei. Nach einer halben Stunde kam eine maennliche Krankenschwester und meinte nur, Blutabnahme! Gottseidank war Stephanie gerade im Raum, und als sie gesehen hat, dass mir sofort wieder Traenen ins Gesicht geschossen sind, hat sie den Mann wieder weggeschickt - ich war ihr so dankbar. Wirklich. Der restliche Tag verlief ruhig und Melinda, Jons Tante aus Arlington, besuchte mich und brachte Blumen mit. Das fand ich sehr nett, da ich die Frau nur einmal gesehen habe, aber Lisa (die ja schon im Urlaub in South Carolina war) hatte sie geschickt, weil sich alle grosse Sorgen um mich machen. Melinda hat mir dann auch angeboten, dass ich nach dem Krankenhaus bei denen wohnen koennte, bis Lisa und Jon aus dem Urlaub wieder kommen wuerden, um mich abzuholen Sonntag. Das habe ich dann auch dankend angenommen (bei 'Familie' fuehlt man sich doch dann wohler als bei fremden Leuten, sprich den Gasteltern von Anna-Lena - obwohl die auch richtig nett waren und mir angeboten haben, dass ich Thanksgiving bei denen verbringen koenne). Der Tag verging dann mehr oder weniger - zum Glueck - unspektakulaer. Das einzig Spektakulaere jedes Mal war, wenn ich auf die Toilette wollte, da ich dann das Bett in eine aufrechte Position bringen musste, aufstehen musste (das war schon ein Riesenschritt, da keine Kraft), meine Maschine aus der Steckdose ziehen, mit der Maschine aufs Klo gehen, zurueck zum Bett, Maschine zurueck in die Steckdose und wieder in liegende Position bringen und hinlegen.

Waehrend der Nacht war auch wieder nur jede Stunde Puls und Fieber (102) und morgens um halb fuenf nochmal Blutabnahme in der rechten Hand (wieder schmerzhaft, aber die maennliche Krankenschwester war sehr nett und super vorsichtig, deswegen ging es). Am naechsten Tag war dann also Thanksgiving und ich wollte zur Feier des Tages duschen. Hatte ich seit Samstag nicht. Bah. Ah eh ih oh uh. Ekel. Die Krankenschwester meinte, sicher, sie haben ja sicher Shampoo und Haartrockner mit. Und ich konnte traurigerweise nur sagen, dass ich rein gar nichts mit habe. Darauf meinte sie, ja, dann muessen sie halt nur mit Wasser duschen, ein Handtuch kann ich besorgen. Na gottseidank ein Handtuch. Also wurde eine Plastiktuete ueber mein IV gezogen (natuerlich vorher der Fluessigkeitsschlauch abgemacht) und ich konnte duschen. Wie gut sind eigentlich Duschen? Wie schoen ist eigentlich Sauberkeit und wie sehr sollte man es schaetzen? Sehr! Meine Haare waren danach zwar nicht sauber, sondern nur nass, aber selbst das hat sich schon besser angefuehlt. Habe danach im Fernsehen die Thanksgiving Parade angeschaut, die drei Stunden ging und danach die Nationale Hundeschau, was auesserst unterhaltsam war. Es gibt Hunderassen, die gibt es gar nicht, wirklich. Ausserdem haben diese Hundeshowleute ne Macke.

Wie dem auch sei, gegen vier Uhr durfte ich das Krankenhaus verlassen, nachdem ich nochmal mit einem Arzt gesprochen habe, Antibiotikum in Form von Pillen verschrieben bekommen habe und die IV herausgenommen wurde. Ich muss dazu sagen, dass sie mich eigentlich noch weitere Tage dabehalten wollten, aber ich habe wirklich klar gemacht, dass ich nach Hause moechte. Bei Melinda zu Hause erwarteten mich dann ihr Mann Bob, Sohn Joe, Tochter Molly, Hund Reno und Hamster Dustin. Ich hatte gerade eine sehr wohltuende Dusche mit vier Mal Shampoo und vier Mal Duschbad und vier Mal Zaehne Putzen genommen, da war schon deren ganze Bude mit allen Nachbarn voll - sie hatten fuer Thanksgiving geladen. Ich habe dann noch kurz mit den Leuten dort gesessen (obwohl ich mich nicht wohl gefuehlt habe, weil alle total schick gekleidet waren, mir ein auesserst attraktiver Mann gegenueber sass und ich aussah wie der Tod auf Latschen). Bin dann um sieben Uhr abends ins Bett gegangen und habe 17 Stunden geschlafen, was nur einmal um fuenf Uhr morgens gestoert wurde, als Melinda zu mir runter in den Keller kam, um zu fragen, ob es mir gut gehe, weil sie sich Sorgen machen wuerden - sehr, sehr nett.

Die Tage vergingen, ich verbrachte den Grossteil der Zeit schlafend im Keller und hab ab und zu Nudelsuppe gegessen. Reno war dabei mein bester Freund und wie mein Schatten - wo ich war, war Reno nicht weit und er hat auch nachts vor meiner Tuer geschlafen. So war es dann Samstag und Jamie, Simone und die Maedchen kamen aus South Carolina und machten eine Nacht Pause bei Melinda. Catherine, Bea, Nermina und ich haben im Keller geschlafen, wobei sich das als unmoeglich herausstellte, weil Catherine eine uebelste, kleine Schnarcherin ist und es keine Moeglichkeit gab, sie ruhig zu stellen.

Sonntag gegen 12 kamen dann Jon, Lisa und TJ und es war ein freudiges Wiedersehen - habe meine Familie ja schliesslich eine Woche nicht gesehen - ungeplant. Wir sind fuenf Stunden nach Hause gefahren und das war dann nochmal meine letzte Tortur, weil mir die ganze Zeit sehr schlecht war (durch das Antibiotkikum, was ich nehmen muss).

Aber, endlich, endlich, endlich Sonntag um sechs Uhr waren wir zu Hause und es gab zu meiner Begruessung zurueck erstmal Pizza.

Heute Morgen habe ich mir den Wecker gestellt, bin aufgestanden, habe ein Bad genommen, mich angezogen und habe mir eine Bassmassage im Auto gegoennt auf dem Weg zur Mall. In der Mall liefen Weihnachtslieder, der Weihnachtsmann sass fuer Fotos bereit, und ich bin in den Apple Store gegangen und habe mir mein Weihnachtsgeschenk gekauft, mit dem ich gerade diesen Eintrag schreibe. Ich liebe dich, oh du mein Macbook.



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