Samstag, 10. November 2007

Garden State

Ich habe vorhin mit Babsy, Maile und Kracher telefoniert, als es ploetzlich an der Tuer geklingelt hat. Ich dachte, es sei TJ, aber vor mir stand ein 1,80m Maedchen und laechelte mich an. Sie sei Natalie, die Nichte von Rainer und Eleanor (Nachbarn) und komme aus Bremen. So klein ist die Welt. Sie macht hier fuer zwei Monate ein Praktikum und kennt noch niemanden und so sind wir nach kurzem small talk (nichts fuer mich) zum neuen Vietnamesen auf unserer Hauptstrasse essen gegangen.

Ihre Mutter kommt aus Thailand, nach dem Abi hat sie zwei Monate bei ihrer Freundin in Namibia gelebt und jetzt ist sie bis Ende Dezember hier. Ich komme mir immer etwas klein (im wahrsten Sinne) vor, wenn mir so viel rumkommende Menschen ihre Geschichten erzaehlen. Sehr interessant alles. Ich werde das auch in Angriff nehmen, wenn ich wieder nach Deutschland ziehe.

Es ist faszinierend, wie leicht es einem faellt, neue Leute in einem fremden Land, beziehungsweise in einer fremden Umgebung kennen zu lernen. Fremde Menschen gehen viel mehr auf einen zu und sind freundlicher als zu Hause. Weil man sich gegenseitig braucht. Ohne fremde anzusprechen, wuerde man in der Ferne nie jemanden kennen lernen. Das ist super interessant und macht viel Spass. Man hoert neue Geschichten, schliesst Freundschaften ueber Kontinente hinaus (Marianela und ich) und es gibt keine Vorurteile. Schade, dass es zu Hause nicht so ist. Jeder wird schon nach dem ersten Blick verurteilt (gut, mache ich auch manchmal, man nennet es laestern;). Aber hier, in der Fremde, die fuer mich keine mehr ist, merke ich, wie wichtig und gut es ist, wenn man offen fuer neues ist und wie aehnlich sich doch im Prinzip die meisten Menschen sind. Dieses Auslandsjahr hat mich jetzt, in den mittlerweile drei Monaten (nur noch neun Monate, verdammt) viel gelehrt und ich habe mich - ich hoffe es zumindest - im Positiven schon veraendert.

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