Dienstag, 13. November 2007

Die fetten Jahre sind vorbei

Gibt es etwas besseres als von dem suesslichen Geruch warmer Schokolade aufgeweckt zu werden (klar gibt es besseres, aber diese Aufwachart ist schon ziemlich, ziemlich gut)? Sonntag Morgen/Mittag war der erste Sinn, der bei mir so langsam erwachte, der Geruchssinn. Ich erschnueffelte mit meinen Riesennuestern den Duft von Schokolade. Ich bin eigentlich kein Schokofan (pro Salzstangen), aber trotzdem erschien ein Laecheln auf meinem zerknautschten Gesicht. Ziemlich willig bin ich dann auch aufgestanden, habe, nach einem Blick auf die Uhr, mit Wohlwollen festgestellt, dass es schon Mittagszeit ist - ich habe also TJs geraeuschvolles Wachwerden um acht Uhr ueberhoert und bin dann die Treppe runterlaufen. In der Kueche war der Baer los. Alle drei Millers versammelt. TJ spielt mit Jon, Lisa hantiert mit Geraeten rum, ueberall stehen Toepfe, Schalen mit Alufolie abgedecht, es dampft, brodelt und riecht gutibuti. Es wurde sich schon gewundert, ob ich da oben gestorben waere, weil ich so lange geschlafen haette und dass man extra fuer mich an jenem Sonntag Abend ein original und traditionelles Thanksgiving Dinner vorbereite. Ich habe mich naemlich Tage zuvor beschwert, dass wir Thanksgiving keinen Truthahn essen werden und dass das nicht angehen kann - bin ja schliesslich nur einmal in Amerika an Thanksgiving und traditionell isst man dann Truthahn (weiss ich aus dem Fernsehen;). Weil wir fahren Dienstag mit dem Auto (!) nach South Carolina. Da haben Jons Vater und Stiefmutter eine Villa fuer die Familie gemietet und wir werden keinen (!) Truthahn essen (so und jetzt guckt mal bei Google Earth, wo South Carolina liegt und wo ich wohne). Naja, jedenfalls wurde also Sonntag Morgen schon fleissig gekocht, was ich sehr nett fand und immer noch finde. Es gab: Truthahn mit Brot, Butter und Kraeutern gefuellt (nach dem vier stuendigen Kochen holt man das Zeug aber wieder heraus und reicht es dann als Beilage), Cranberry Gravy (Sauce, wie Marmelade, die man kalt dazu reicht - soll den Geschmack des Truthahns noch hervorheben), Bean-Casserole (Bohnen, Brotstueckchen, Kaese, weisse Sauce, alles zusammen gemixt und auch als Beilage gereicht), kleine Brotfladen (kross getoastet mit Butter serviert), Truthahn Sauce (Bratensauce halt), Brownies (doppelt schokoladig, weil Lisa noch Schokokekse mit eingeschmolzen hat...die haben am Gaumen geklebt und sind dann geschmolzen, so schokoladig waren die) und Kuerbiskuchen (Pumpkin Pie mit Schlagsahne). Als Nachtisch gab es Eis am Stiel... Danach war ich mehr als satt. Uebersatt und sehr muede. Man sagt, dass Truthahn Inhaltsstoffe hat, die einen muede machen, normalerweise gehen alle nach einem traditionellen Thanksgiving Dinner immer pennen. Wir haben aber noch einen Film zusammen geguckt. War auf jeden Fall ein sehr netter Abend. Am Freitag fahre ich mit
Amerikakumpel Larissa mit dem Chinatownbus nach Washington DC, wo wir bis Sonntag Abend bleiben. Dort gibt es Samstag Abend ein Wiedersehen mit der Peiner Gedaechtnisgruppe, bestehend aus: Anna-Lena, Carina, Olla, Larissa und mir. Es wird gut. Freue mich schon auf die ganzen schicken Sehenswuerdigkeiten. Mal schauen, wo Anna-Lena uns ueberall hinschleppt. Das beste an der Reise wird aber sein, dass es in Arlington eine deutsche Baeckerei gibt! Juhu. Samstag Morgen Bratwurst Fruehstueck. Juhu. Darauf freue ich mich,
traurigerweise, am meisten. Des weiteren habe ich mit Stolz zu verkuenden, dass wir ab Juni 2008 zu dritt sind. Nein, war nur ein Witz. Wir haben jetzt unser Hotel in Montreal, Kanada fuer Silvester gebucht. Es wird das beste Silvester, das ich je hatte (ich weiss es jetzt schon). In diesem Sinne, eine erholsame Woche, ein schoenes Wochenende. Mama, Papa, viel Spass bei eurer Party am Samstag, trinkt nicht zu viel, aber doch auch einen fuer mich mit, denn ich werde Samstag nicht trinken, weil ich noch nicht 21 Jahre alt bin und das in den USA nun mal so geregelt ist (aber wie unsere reizende Nachbarin Eleanor immer zu sagen pflegt: Wieso soll man mit 18 in den Irak gehen und Leute toeten, aber kein Bier trinken duerfen?) Also sehe ich voller Zuversicht dem Wochenende entgegen und eventuell gibt es ja noch Wunder und ich darf mir auch ein kuehles Blondes genehmigen. Also, macht was und hasta luego.

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