Da wir kein Bargeld mehr hatten und uns doch so ein, zwei Astra gönnen wollten während des Konzerts, gingen wir noch schnell zur Haspa in der Taubenstraße. Geld abgehoben, schritten wir gemächlich zur Prinzenbar zurück, wo ich, an einem der Schaufenster verweilend, einen großen, rothaarigen Mann stehen sah, den ich sofort ansprach und mit ihm ein kurzes Pläuschchen hielt: dass ich mich auf den Gig freuen würde, noch vor kurzem neidisch auf einen Freund in Washington war, der ihn dort vor zwei Monaten live sehen konnte und froh sei, dass er hierher gekommen ist. Er erzählte, dass er Hamburg ziemlich cool fänd und an irgendeinem großen See mit Fontäne wohnen würde. Und was das da für eine Party auf der großen Straße sei? Keine Ahnung, sagte ich, vielleicht Fußballübertragung? Wir quatschten noch kurz ein wenig... Jo, denn bis speder und wir verabschiedeten uns wieder.
Selda fragt so: War das eine ehemalige amerikanische Freundin von dir?
Ich gucke sie an: Nein, Selda. Das war Brett Dennen, auf dessen Konzert wir jetzt gehen :-D
Sympatischer Typ mit einer unglaublichen hohen, feinen und weiblichen Stimme. Das ist der gute Mann. Ich habe sonst keine Videos oder Fotos gemacht, weil ich das recht unhöflich und scheiße finde, zu mal ich ganz vorne stand. Wollte lieber das Konzert genießen und mich diesen textgewaltigen, gefühlvollen Songs ganz hingeben. Hab das Video für den Blog gemacht. Hier also ein Ausschnitt aus "One who loves you the Most". Die Qualität ist richtig schlecht, ihr müsst es ja nicht angucken.
Brett Dennen live in der Prinzenbar: Sehr intimes Konzert mit höchstens 100 Besuchern (mehr war auch kaum möglich, da Raum zu klein). Ein Konzert, eigentlich für Verliebte und glückliche Kuschelpaare (viele Schmuser und Knutscher um uns rum). Ein Sänger, dem man auch abkauft, was er tut und dessen Musik einen zutiefst bewegt. Das alles für unter 15 Euro - dafür ein Astra sagenhafte 3 Euro. Und Eurovision Songcontest Party auf dem Spielbudenplatz nebenan, wie wir später, als wir den Fernseher einschalteten, erfuhren.
Und ein letztes Mal Juli 2005: Damals, vor vier Jahren, nahmen wir das letzte Mal unsere Digicam in die Hand und fotografierten, wat dat Zeug hielt. Selda klassisch mit meinem "Hund" Rin Tin Tin.
Juli 2003: Nur ein paar Monate später reizte es uns wieder. 15 Jahre alt: Ganz klar, Augenbrauen waren überbewertet! Die Dramatik liegt trotzdem im dramtischen Blick.
Erneut Februar 2003: Das Feuer hatte uns gepackt und ich entdeckte ein ganz wunderbares Bearbeitungsprogramm für mich, mit dem man ein Foto, sagen wir mal, dezent bearbeiten und verändern konnte. Oh und man sieht mein altes Sofa. Ach, das roch immer so gut irgendwie.
Februar 2003: Erste Männerbekanntschaften traten in unser Leben (Stichwort Hüseyin: meine erste und letzte türkische Liebe) und wir entschieden uns für unseren ersten "sexy" Shoot für die Männer in der Türkei. Unfreiwillig komisch, wenn man jetzt betrachtet, wie wir versuchten, auf unsere 14-jährigen, kindlichen Gesichter Ausdruck zu bringen (meine Lieblingsbilder sind die beiden unteren. Wie ich gucke, brauche ich nicht beschreiben; da fallen einem sicherlich schreckliche Synonyme für ein - aber Hüseyin, meinem damaligen Freund, hat es gefallen).


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