Weniger gefühlsbrecherisch, aber ebenso gut war der Moment, als Flogging Molly Drunken Lullabies anstimmte. Die ganze Menge hat gegröhlt und ist mitgegangen und hat ausgelassen "getanzt". Bei Flogging Molly merkt man einfach, dass die richtig Bock am Spielen haben und das überträgt sich dann auch auf das Publikum. Obwohl sie dieses Lied wohl bei jedem Konzert zum Besten geben, sah es keineswegs so aus, dass es sie genervt hätte. Die hatten richtig Spaß.
Kate Nash: Foundations. Wenn man ein Lied so lange kennt und dann die ersten Töne erklingen und die Leute anfangen zu jubeln, ist das immer ein besonderer Moment. Kate Nash war übrigens unerwartet ein richtiges Sahnekonzert. Man erwartet es nicht, aber die Frau gibt wirklich alles auf den Konzerten und schreit gerne auch mal am Ende eines Liedes, wenn sie drin ist. Das war wirklich ein Konzert der Extraklasse, was man nicht oft erlebt. Auch etwas ganz besonderes.
Bei Tristan Prettyman war es wieder etwas anderes. Da sie zu meinen Lieblingssängerinnen gehört und ich nie gedacht hatte, dass ich sie je live sehen würde, bin ich an das Konzert schon mit einer ganz anderen Vorfreude rangegangen. Smoke ist da mein Lieblingslied ihres 23 Albums. Naja, wie soll ich das erklären, wenn man ein Lieblingslied hat, was man immer nur auf der Anlage hören kann und es dann den Sänger live singen hört, ist das einfach ein ausgesprochen guter Moment. Es passt alles. Man ist glücklich und will diesen Augenblick lange festhalten. Klingt vielleicht übertrieben, aber ich denke es ist so. Vielleicht auch, weil mir manche Musik viel bedeutet.
Ich würde auch alles dafür zahlen und geben, würde Regina Spektor auf Tour kommen. Darauf hoffe ich ja schon länger und gedulde mich bis es hoffentlich soweit ist. Diese Frau ist phanstastisch, puh.
So und dann war gestern Abend. Ich weiß nicht, aber ich glaube, ich habe nie jemanden besser live singen hören als sie. Nie habe ich es erlebt, dass eine Stimme live so so so viel besser klingt als auf CD. Das hat mich wirklich umgehauen. Die Türen des Saals 1 im Congress Centrum Hamburg öffneten sich um 19 Uhr. Um acht kam ein Mann mit seiner Gitarre auf die Bühne und begann ohne Umschweife zu singen. Eine sehr tiefe, rauchige, schöne Männerstimme. Sehr schöne Lieder, tiefgründige Texte und einfach mit Gitarre begleitet. So mag ich es eh am liebsten. Joseph Arthur hieß der gute Mann und nach dem dritten Lied erzählte er es uns auch: I´m Joseph Arthur and I´m here to help you kill time ´til Tracy Chapman enters the stage. Er war so cool. Diese schnodderige Art präsentiert mit dieser wundervoll tiefen und mir-doch-egal Stimme. Gitarre und Mundharmonika (die hat er auch in zwei Liedern benutzt). Joseph Arthur ist ein Mann, dessen Album ich jetzt auch haben will, man kennt ihn zb von dem Honey and the Moon Projekt vom OC California Soundtrack oder Grey´s Anatomy, Scrubs. Der Mann für melancholische Melodien.
Halbe Stunde hat er geträllert. Dann war kurz Pause. Ich vertrat mir die Beine und besorgte mir und Mama ein kühles Wasser. Als nach der Pause eingeläutet wurde, fingen die Leute ungeduldig an zu klatsche, bis das Licht ausging. Großes Gejubel und eine ziemlich magere, kleine Gestalt mit schönen, hinten zusammen gebundenen Dreads und einer beigen Bluse betrat die Bühne. Sofort ging es los mit Across the Lines, welches sie schon ´88 beim Amnesty International Konzert gesungen hat. Da stand wirklich Tracy Chapman vor uns und hatte die wundervollste, schönste Stimme, die man sich vorstellen kann. Nur sie, ihre Gitarre und die große Bühne. Es war fantastisch. Sie hat jetzt vor einiger Zeit ein neues Album rausgebracht, aus dem sie einige Lieder präsentiert hat. Und meistens, finde ich, ist es auf Konzerten so, dass, wenn man die neuen Lieder hört, sie erst ein paar Mal hören muss, damit sie einem gefallen. Nicht so bei Tracy Chapman. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich das neue Album unbedingt haben will! Die Lieder waren alle toll, traurig, schön und diese Stimme...
Halbe Stunde hat er geträllert. Dann war kurz Pause. Ich vertrat mir die Beine und besorgte mir und Mama ein kühles Wasser. Als nach der Pause eingeläutet wurde, fingen die Leute ungeduldig an zu klatsche, bis das Licht ausging. Großes Gejubel und eine ziemlich magere, kleine Gestalt mit schönen, hinten zusammen gebundenen Dreads und einer beigen Bluse betrat die Bühne. Sofort ging es los mit Across the Lines, welches sie schon ´88 beim Amnesty International Konzert gesungen hat. Da stand wirklich Tracy Chapman vor uns und hatte die wundervollste, schönste Stimme, die man sich vorstellen kann. Nur sie, ihre Gitarre und die große Bühne. Es war fantastisch. Sie hat jetzt vor einiger Zeit ein neues Album rausgebracht, aus dem sie einige Lieder präsentiert hat. Und meistens, finde ich, ist es auf Konzerten so, dass, wenn man die neuen Lieder hört, sie erst ein paar Mal hören muss, damit sie einem gefallen. Nicht so bei Tracy Chapman. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich das neue Album unbedingt haben will! Die Lieder waren alle toll, traurig, schön und diese Stimme...
Sie ist übrigens ziemlich witzig. Sie kam etwas zu spät und entschuldigte sich, weil ihr auf dem Weg zur Bühne ein Knopf abgefallen ist und da sie zwar Leute für die ganze Technik hat, aber keinen für die Garderobe, musste sie selbst nochmal ran und das Ding annähen. Dann hat sie bei Change den Text doch tatsächlich vergessen (hat Tristan Prettyman damals bei dem Konzert in NYC auch). Sie meinte: I´m so sorry, blame it on the band (kurz daran erinnern, dass nur sie mit ihrer Gitarre auf der Bühne stand). Haha. Wenn sie redet, glaubt man gar nicht, dass da so eine feinfühlige, gewaltige Stimme aus diesem Persönchen herauskommt. Sie redet sehr süß, leise und piepsig und ist ziemlich schüchtern. Und dann, Lied: Bäm bäm bäm, Stimme haut einen um.
Natürlich war das Konzert sehr politisch und kritisch angehaucht und zwischen den Liedern folgten immer wieder Kommentare zur politischen Lage, zur Finanzkrise usw. Sie hatte vor dem Konzert eine Box neben den Werbestand gestellt und Leute konnten Liederwünsche draufschreiben, die sie dann gesungen hat. Das war echt super, da sie die ganzen Kracher gespielt hat und es sich so viel besser angehört hat nur mit Gitarre (sie spielte zwischendurch auch mit Banjo und Ukkulele und auch Stand by me und House of the Rising Sun - super Version). Der Konzert endete dann - natürlich - mit Talkin´ bout a Revolution. Danach verschwand sie von der Bühne, aber das Publikum stand so lange auf den Stühlen und klatschte und johlte, bis sie wiederkam und sich gleich entschuldigte, dass sie ohne Plan zurückkehrte und wir uns daher etwas wünschen "mussten". Die Leute waren so begeistert, dass es sie letztendlich nicht mehr auf den Sitzen hielt und alle zum Bühnenrand stürmten. Tracy legte ihre Gitarre beiseite und san, acapella Behind the Wall. Es war mucksmäuschen still im Saal und der Applaus brandete nach dem Stück umso lauter auf. Das wirklich letzte Lied des Konzerts war dann She´s got her Ticket, eines meiner Lieblingslieder, welches durch das rhythmische Klatschen des Publikums, ihrer Akustikgitarre und Stimme vollendet wurde. Ein wirklich perfektes Konzert, mit super Publikum und einer Tracy Chapman, die ich so schnell nicht vergessen werde. Sie ist einfach eine der besten Songwriter meiner Meinung nach und berührt sehr mit ihren wahren Worten und den schönen Melodien. Sehr politisch, sehr kritisch, schön! Hier einige der Songs, die sie gesungen hat gestern, altes mit neuem gemixt. Hört es euch mal an, es ist wunderschön. Da blüht mein melancholisches Herz doch auf und ein paar Tränen darf man ja bei einem wirklich guten Konzert auch mal vergießen. Räusper.
Vom neuen Album: Sing for You - könnt ihr euch vorstellen, wie DAS live klingt? Sahne.
Da musste ich ein paar Mal schlucken...Baby Can I Hold You. So schön.
Das war ein großartiger Moment, Konzertabschluss: Talkin Bout a Revolution. Vorher kurze Rede über Obama gehalten:
Auch vom neuen Album: Save us All. Es geht um die evangelischen Religionsextremisten in den USA, die langsam aber sicher ihren Weg in den Staat schaffen. Staat und Religion sollte jedoch getrennt sein. Ein Protest.
Hoffentlich hat sie ein Live Album, was ich mir zulegen kann. Also Leute, falls sie noch ein Konzert in Deutschland gibt und ihr die Möglichkeit habt, hinzugehen! Tut es!
Vom neuen Album: Sing for You - könnt ihr euch vorstellen, wie DAS live klingt? Sahne.
Da musste ich ein paar Mal schlucken...Baby Can I Hold You. So schön.
Das war ein großartiger Moment, Konzertabschluss: Talkin Bout a Revolution. Vorher kurze Rede über Obama gehalten:
Auch vom neuen Album: Save us All. Es geht um die evangelischen Religionsextremisten in den USA, die langsam aber sicher ihren Weg in den Staat schaffen. Staat und Religion sollte jedoch getrennt sein. Ein Protest.
Hoffentlich hat sie ein Live Album, was ich mir zulegen kann. Also Leute, falls sie noch ein Konzert in Deutschland gibt und ihr die Möglichkeit habt, hinzugehen! Tut es!
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