Samstag also kam das "Fusbol is ein schwule Sport" Gespraech auf, als Anja und ich zeitweise das EM-Spiel Tuerkei gegen Portugal verfolgten und darauf warteten, dass endlich die langersehnte Blockparty losgeht. Wir hatten aber leider ueber 35 Grad draussen. Es war heiss. Es war so heiss, dass ich, als ich das Fenster kurz wagte aufzumachen, mir einen Teil meiner Oberschenkel durch heisse Luft verbrannte (und das ist ein Grossteil meines Koerpers). Um fuenf Uhr waren immer noch keine Leute da, obwohl die Party um drei Uhr losgehen sollte -WAS JA TYPISCH AMERIKA IST - diese Unpuenktlichkeit regt mich immer noch richtig auf. Schnauf, schnauf.
Ich muss das eben mit einem Strassenfest bei uns vergleichen. Da geht es vielleicht auch um drei Uhr los, aber bei uns fangen um neun Uhr die Leute an, Bierzeltgarnituren und Zelte aufzubauen, Spiele fuer die Kinder vorzubereiten, es wird angezapft, Kuchen herausgestellt, das Grillgut in die Grillbude gebracht und Musik aufgelegt. Hier war um drei, beim eigentlich Start der Blockparty nur Jons Pool aufgeblasen und ein Kindertischset aufgebaut. Man haette die Grillen zirpen gehoert, waeren da nicht die frechen Nachbarskinder gewesen, die sich lauthals im Pool vergnuegten.
Das uebrigens, waehrend T-Mann schlafen sollte, was er natuerlich nicht tat, denn aus dem Fenster gucken und die Kinder beim Spass haben beobachten, war ja auch eine Million Mal spannender. Jon und ich waren gerade unten als ich auf einmal einen richtig lauten Krach hoerte. Bin sofort in TJs Zimmer gestapft und traf auf die Mutter aller Unordnungen, denn TJ war auf seinen, lose an die Wand gestellten, Schrank geklettert, welcher dabei umgekippt ist. Gottseidank nicht auf ihn, der haette ihn glatt begraben und aeusserst unappetitlich zermatscht. Auf dem Schrank stand eine Stereoanlage und eine Lampe. Beides auch unten natuerlich, wobei die Lampe kaputt gegangen ist. Alle Schubladen waren rausgefallen und auf das nebenstehende Buecherregal gefallen. TJ hatte sich unter der Bettdecke versteckt und weinte bitterlich.
Ich habe Jon gerufen und der hat ihn RICHTIG zur Sau gemacht. So doll hat TJ wirklich noch nie geweint, aber vielleicht half ja der Schock, dass er in Zukunft die Finger von dem Schrank lassen wuerde. Ich habe ihn dann in seine Decke eingewickelt und ihn mit diesem wenn-du-dich-noch-einmal-bewegst-dann-... Blick angeguckt und gesagt, er solle augenblicklich pennen sonst krachts. Jon bestaetigte ihm das nochmal und zwei Minuten spaeter, als ich nochmal hineinschaute, lag er schon wieder am Fenster und beobachtete die Meute im Pool.
Es wurde halb sechs, die Leute trudelten langsam ein (also so ungefaehr fuenf Nachbarn). Wir sassen auf unserem Rasen, ich genehmigte mir mein erstes Bierchen (es sollte nicht das letzte sein). Es wurde sich nett unterhalten, Jons Bruder mit Familie kam vorbei, was dann ungefaehr 50 Prozent der ganzen Party ausmachte und ab und zu schlichen Anja und ich uns rein, weil es draussen leider nicht auszuhalten war. Zum Glueck hatten wir den Pool, wo wir ab und an mal die Fuesse reingehalten haben (TJ war uebrigens von 16 bis 21 Uhr durchgehend im Pool, Lippen blau, zitternd wie Espenlaub, aber das war egal, hauptsache im Wasser). Irgendwann fuellte sich auch die Strasse so langsam und es wurde angegrillt. Natuerlich nur Hot Dogs und Cheeseburger, wobei einer unserer Nachbarn Jaeger ist und exotische Hirschburger vorbei brachte. Belegt mit Bleu Cheese und Bacon. Das Fleisch sah sehr verdaechtig komisch aus, aber wir mussten alle probieren. Noch bei dem Gedanken daran verschliesst sich mein Mageneingang. Der Abend schien sowieso ein Abend der mutigen Essensproben fuer mich zu sein, denn ich probierte auch Muscheln. Die nach Butter schmeckten.
Shrimp ass ich auch und naja, Hot Dogs halt. Es wurde dunkel, Anja und ich waren glueckselig und relativ besoffen und Lisa holte den leckeren Weisswein raus. Sobald unsere Glaeser leer waren, wurde nachgeschenkt und ich bezweifelte schon langsam, ob ich es ueberhaupt noch hoch in mein Zimmer schaffen wuerde. Es war ein sehr netter Abend, wir haben neue Leute kennen gelernt und ich habe das grobe Rezept fuer etwas unglaublich leckeres von unserem Nachbarn Marc bekommen (gegrillter ganzer Brie mit einer Haube aus gegrillten Paprika und Knoblauch mit Cracker - yummy in the tummy). Der arme Mann musste sich dann auch etwa zwanzig Minuten lang Stussgelaber von mir anhoeren, in denen ich immer wieder (so 200 Mal) betonte, wie schoen ich es hier doch faende und dass doch jeder so eine Auslandserfahrung machen sollte.











Shrimp ass ich auch und naja, Hot Dogs halt. Es wurde dunkel, Anja und ich waren glueckselig und relativ besoffen und Lisa holte den leckeren Weisswein raus. Sobald unsere Glaeser leer waren, wurde nachgeschenkt und ich bezweifelte schon langsam, ob ich es ueberhaupt noch hoch in mein Zimmer schaffen wuerde. Es war ein sehr netter Abend, wir haben neue Leute kennen gelernt und ich habe das grobe Rezept fuer etwas unglaublich leckeres von unserem Nachbarn Marc bekommen (gegrillter ganzer Brie mit einer Haube aus gegrillten Paprika und Knoblauch mit Cracker - yummy in the tummy). Der arme Mann musste sich dann auch etwa zwanzig Minuten lang Stussgelaber von mir anhoeren, in denen ich immer wieder (so 200 Mal) betonte, wie schoen ich es hier doch faende und dass doch jeder so eine Auslandserfahrung machen sollte.
Es fing an zu blitzen und wir beschlossen, ins Bett zu gehen, weil weitere Alkoholaufnahme eh nicht zu einem Happy End gefuehrt haette und es ansonsten keine Getraenkeauswahlmoeglichkeiten gab. Ich putze gerade meine Zaehne, da kam Jon hochgestolpert und rief: Lisa B. komm runter, Rainer will deutsch reden! Na gut, wenn Rainer natuerlich deutsch reden will, kann man nichts machen. Also zogen wir uns wieder an und gingen auf die Strasse, wo die Maenner sassen und kubanische Zigarren rauchten (die ich uebrigens aus Kanada eingeschmuggelt habe, wer sich erinnert). Jon bot mir auch eine an, aber ich lehnte dankend ab. Das haette mir nicht gut getan bei dem Pegel. Nach einer Stunde verabschiedeten wir uns wieder und gingen schlafen. Der naechste Tag, also Sonntag wurde noch heisser (37 Grad) und der Plan sollte eigentlich sein, dass Larissa, Anja und ich den Tag im Central Park verbringen wuerden und danach endlich, endlich, endlich Sex and the City den Film schauen wuerden. Aber ganz ehrlich? Wer bitte schoen geht bei 37 Grad Aussentemperatur bitte freiwillig in eine smogverseuchte, vom heissn Asphalt stoehnende Stadt und brutzelt in der Sonne? Nee, nee, liebe Freunde ohne mich! Ich schaute entspannt, gekuehlt und alleine bei uns das Deutschland Spiel und Anja fuhr alleine los, um Larissa zu treffen. Nach dem Abpfiff machte ich mich auch auf den Weg zum Times Square Regal Movie Theater, dem Kino unseres Vertrauens.
Ich habe noch nie fuer einen Kinofilm angestanden. Noch nie. Also sowas habe ich noch nicht erlebt. Da wir die Karten bereits mittags gekauft hatten, gingen wir direkt die Treppe hoch und mussten erneut anstehen, denn es war freie Platzwahl. Wir wurden um fuenf vor sieben reingelassen und ergatterten drei Plaetze in der drittletzten Reihe. Nach einer schier unendlichen Vorschau erschien endlich das beruehmte HBO Zeichen und die Erkennungsmelodie erklang. Es wurde geklatscht und gejubelt. Also sowas habe ich wirklich noch nicht erlebt, ich muss es nochmal betonen. Bei gewissen Szenen wurde im Publikum gejubelt und geklatscht, bei manchen geweint und am Ende, als der Abspann kam, wieder laut geklatscht. Wie cool. So macht Kino Spass und der Film ist auch sensationell (falls man auf Sex and the City steht). And I mean, isn't this what life is all about? Being in New York with your girls, watching Sex and the City and thinking about your loved one?
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