Alles in allem ist Boston eine echt schoene Stadt mit dem Meer gleich um die Ecke, kleinen Haefen mit Segelbooten, sehr sauber und nicht sehr voll (aber nichts kommt mir voll vor im Vergleich zu New York). Es lohnt sich sicherlich dort einmal fuer mehrere Tage hinzufahren, doch irgendwann wuesste ich auch nicht mehr, was ich dort machen solle, und so bestaetigt sich einmal mehr, dass New York City die richtige Entscheidung war!
Aber weiter im Programm. Mit vollen Tueten beladen, ging es auch langsam wieder Richtung Buxtehude, Verzeihung, Everett. Dort rannten wir sofort zu den kostenlosen Computern und kauften uns zwei Karten fuer das morgige Whale Watching - wenigstens eins der grossen Highlights ging an. Nun stand also die Nacht im Hostel bevor. Wir lagen in einem Vierer-Frauen-Dorm und hatten bis dahin unsere Mitschlaefer nicht mal gesehen. Also machten wir uns einfach bettfertig und legten uns schlafen - wovon aber dann nicht die Rede war, gegen Mitternacht kamen die beiden (vom Akzent her tippe ich auf Australier) reingestuermt, wir hielten kurz Smalltalk und die beiden verschwanden wieder, um feiern zu gehen. Vielleicht zwei Stunden spaeter kam die erste ins Zimmer, ziemlich leise und legte sich schlafen. Mittlerweile war mein Bettbezug von der Plastikmatratze gerutscht und hatte sich um meinen Hals gewickelt. Die Strassenlaterne schien durch einen Spalt in den Rolllaeden direkt auf mein Gesicht und ich war hellwach. Super. Gerade wieder eingeschlafen, rief draussen jemand extrem laut: Fucado and Brazilian girls, your cab's here. Alter, ich will pennen. Irgendwann kam dann unser anderes betrunkenes Madamchen zurueck ins Zimmer, gefolgt von einem Kerl, der ihr hinterher rief: hey, are you OK? Woraufhin sie die Tuer zuknallte (im Sinne von Zuknallen). Das Date ist wohl nicht so gelaufen wie erwuenscht. Geraeuschtvoll weil betrunken machte auch sie sich bettfertig und viel ins Bett. Gerade Augen wieder zugemacht, da hoerte ich bereits die Voegel zwitschern und dachte mir irgendwann, gut, stehst du halt auf. Um acht kam dann auch Anja ins Bad und wir packten unsere kleine Tasche, um auszuchecken.
Netterweise durften wir die Reisetasche in der Lobby lassen und so konnten wir mit leichtem Gepaeck nach Harvard fahren, die alte Eliteuni besichtigen. Naja, was heisst besichtigen, wir sind bei strahlendem Sonnenschein auf dem Campus herumgelaufen und haben die schoenen Gebaeude bestaunt und kurz etwas an einem Wasserspiel entspannt. Denn es wurde Zeit, zum Hafen aufzubrechen. Ach nee, vorher mussten wir ja wieder ins Prescott, um unsere Reisetasche abzuholen. Nervig, vor allem weil das Nahverkehrsnetz in Boston nicht so der Bringer was Zeiten betrifft ist. Wir mussten immer mindestens 4 bis 5 bis zu 15 Minuten auf eine Subway warten, aber, die Whale Watching Tour stand bevor! Ich hab mich gefreut wie eine kleine Mausejule.
Gottseidank haben wir unsere Tickets anstandslos am Schalter bekommen und konnten uns so gleich in die schier endlose Schlange anstelllen, die alle von Gate 3 aus an Board gehen wollten. Gluecklicherweise bekamen wir dann einen Platz direkt an der Rehling und schon bald legte der Katamaran mit Vollspeed ab und wir entfernten uns immer mehr von der Massachusettskueste hinaus auf den weiten und blauen Atlantik. Etwas mulmig wird einem schon bei dem Gedanken an Frank Schaetzings 'Der Schwarm', wenn man bedenkt, dass dort Menschen beim Whale Watching von angreifenden Walen gefressen worden (Szenario spielte unter anderem in Boston). Aber immer mit der Ruhe. Es war ultrawindig. Obwohl wir 28 Grad bei wolkenlosem Himmel hatten, sahen wir uns gezwungen zwei Pullover ueber einander zu ziehen - Ohren mit der Kapuze bedeckt (half uebrigens alles nichts, liege soeben mit Fieber und allem drum und dran auf dem Sofa, waehrend ich das tippe).
Nach etwa einer Stunde Fahrt auf das offene Meer hinaus sahen wir unseren ersten Buckelwal und es war wirklich, wirklich gigantisch, grossartiges Gefuehl. Die vielen Wale schwammen einfach neben unserem Boot herum und tauchten hier und da mal wieder auf. Unglaublich wie riesig die einfach sind. Man wusste immer wo Wale sind, wenn man nur auf die Moewenanhaeufung achtete, dort wo viele Voegel schwammen und flogen, tauchte auch bald ein Wal auf. Eine etwas besorgniserregende Flosse habe ich ja gestern schon gepostet, wir wissen bis heute nicht, was das genau war. Aber bevor ich jetzt noch weiter darueber berichte, hier endlich die Fotos und Videos von den Walen!
Suess, wie Anja sich begeistern kann.
1 Kommentar:
*neid*;)
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