Mittwoch, 21. Mai 2008

Kiss Cam mit Arnold und Onkel Kracker I

Wer kennt sie nicht aus typischen Hollywood Liebesfilmen? Die Kiss Cam! Waehrend Spielpausen sucht sie sich vermeintliche Paare aus dem Publikum, die sich, wenn sie sich auf dem grossen Bildschirm sehen, auf der Stelle kuessen muessen. Beliebt bei Basketballspielszenen, wenn das Paar sich naeher kommt und dann - oh Wunder - wird die Kiss Cam auf sie gezoomt und sie muessen sich kuessen. Wie romantisch. In den seltensten Faellen findet in der Sekunde ein Heiratsantrag statt. Sehr romantisch (na immerhin besser als waehrend einer Talk Show). 
Ich war dabei. Ich weiss, es ist schon echt lange her, dass mich Michael Krecker (nennen wir ihn der Einfachheit halber Kracker) und Christian Bibber (nennen wir ihn der Einfachheit halber Arnold) besucht haben. Ihr groesster Wunsch war es, ein Sportgrossereignis live mitzuerleben, sprich ein Baseball, Basketball, Eishockey oder Football Spiel. Nun war es aber leider so, dass es bei Ticketmaster keine Tickets fuer irgendein Spiel gab, die meisten Vereine waren gerade in anderen Staedten am Spielen. Enttaeuscht mussten wir uns also von diesem Gedanken verabschieden.

Nachdem ich die beiden vom Bahnhof in Metuchen gegen 14 Uhr abgeholt hatte, haben wir noch bis halb sieben mit TJ sportlich ertuechtigt. Beziehungsweise Arnold musste fuer Baseball und Basketball herhalten. Unsere Maegen knurrten relativ laut und so wurde Judy mit offenen Armen empfangen, denn sie brachte klassischerweise zwei grosse dampfende Pizzen mit, welche sofort verschlangen wurden (man, werde ich die vermissen, fetttriefende Kummerkumpel). Das war es auch dann mit dem ersten Abend und die Jungs wurden in ihr Motel nahe Secaucus gefahren, nicht ohne einen Blick auf das gelb blau erleuchtete Empire zu werfen, welches mit Ahs und Ohs bewundert wurde. Der naechste Tag war dermassen verregnet, dass wir uns entschieden, nicht in die Stadt zu fahren, um es dann doch zu tun. Denn ich hatte einen Plan: nach erneuter Suche bei Ticketmaster fand ich tatsaechlich noch Karten fuer ein Mets (Baseball) Spiel am selben Tag gegen die Cincinnati Reds (Alter Schwede, waren die schlecht). Tja, es regnete ununterbrochen in Stroemen und nachdem ich die Karten online bestellt (Schalterabholung) hatte, sagte mir Erika per Adium, dass nie Baseball gespielt wird, wenn es regnet. Super. Bin trotzdem in die Stadt gefahren, um die Jungs um fuenf Uhr am Penn Station Eingang an der siebten Avenue zu treffen, was ich ihnen auch gesagt hatte. Ich war puenktlich da. Es war brechend voll, kalt und nass und nach 45 Minuten, in denen mir mindestens 300 nasse Regenschirme ins Gesicht gepeitscht, vier Konzertkarten angeboten und ich einmal angeruepelt wurde, versuchte ich verzweifelt irgendjemanden zu erreichen, der mir sagen konnte, wo zum Teufel die Jungs steckten. Judy ging nicht ans Telefon, meine Telefonkarte war alle und auf meinem deutschen Handy hatte ich auch kein Geld mehr. Also rief ich Anja an, der ich Arnolds Nummer gab, um ihm zu sagen, dass ich hier stehen wuerde und wo sie waeren. Da kam aber selbiger, mit Regenjacke bis obenhin zugeschnuert, schon entgegen. Sie waren auch puenktlich angekommen und standen exakt auf der anderen Seite der Penn Station an der achten Avenue (da wo damals mein Chelsea Star Hotel war). Gut, also dort hingegangen und Kracker Jons gruene Regenjacke ausgehaendigt. 

Ab ging es zum Times Square. Es wurden minutenlang Fotos im stroemendem Regen geschossen. Ich war mit den Ultratouristen unterwegs. Nachdem sie sich erst einmal satt gesehen hatten, entschieden wir uns, im Ruby Tuesday's zu essen und die Lage mit den Baseballkarten zu diskutieren. Nach stundenlangem hin -und her fuhren wir also mit der Subway ins Shea Stadium, um unsere Tickets fuer ein anderes Spiel umzutauschen, was auch geklappt hat - gerade als wir ankamen, wurde das Spiel offiziell abgesagt. Wir bekamen Karten fuer das Spiel am Sonntag und so stand unserem kleinen Sit-In am Samstag Abend bei mir zu Hause nichts mehr im Weg. Da kam Freude auf. Zurueck ging es zum Times Square, es wurden weitere Fotos geschossen und bei Coldstone gab es Eis (OK, nur ich habe eins gegessen...). Wir machten ab, uns den naechsten Tag um 11 an der Penn Station zu treffen und den Tag ueber die Stadt zu erkunden. Danach fuhr ich mit dem Zug nach Hause.


Keine Kommentare: