Sonntag, 10. Februar 2008

Vendetta von Donna Leon

In der Nacht musste ich alleine oben auf dem Dachboden des kleines Hexenhaeuschens in den Poconos schlafen, weil Jamie und Co noch nicht da waren und ich hatte mal wieder Angst, ich hatte Angst vor dem undefinierbaren Knacken in dem alten Hutzelhaus, vor eventuellen Baeren, die ins Haus eindringen und mich im Schlaf ueberraschen (dann dachte ich natuerlich gleich an den Mann, dessen Geschichte sie mal bei RTL hatten, der von Baeren gefressen wurde), hatte Angst, dass Maggie, die Katze, hochkommt und auf mein Bett springt und ich einen Herzinfakt vor Schreck bekomme, weil ich denke, es ist ein Baer (hat sie dann auch dreist sofort gemacht, die alte Kanuele). Also habe ich gegen 2 oder 3 Uhr, ich weiss es nicht mehr genau, dass Licht angeknipst und bibbernd Vendetta von Donna Leon gelesen, welches mir Judy gegeben hatte, weil das fuer sie zu kompliziertes Deutsch waere und es deswegen nicht uebersetzen koenne. In dem Krimi ging es um pornografische Gewaltvideos, in denen bosnische Maedchen und Frauen erst mehrfach vergewaltigt und dann vor laufender Kamera ermordet werden, wie verstrickt dieser Markt ist und in welch hohe Raenge der Gesellschaft die Antreiber sitzen. Das hat bis 7 Uhr gedauert (konnte natuerlich nicht aufhoeren zu lesen, musste ja wissen, wer der Moerder der Drahtzieher war und haette sonst eh vor Angst nicht pennen koennen). Da waren auch schon TJ und Judy wach und die Nacht ging fuer ich ohne Schlaf vorueber.

Und da bin ich auch schon wieder in Metuchen. Nicht einmal 24 Stunden waren wir in den Poconos. Die Uroma ist heute morgen verstorben. Ich hatte vor Monaten einmal berichtet, dass ich sie im Altersheim mit Jon besucht habe. Sie ist Jons Oma und somit Judys Mutter gewesen, 94 jaehrig, schwer an Alzheimer erkrankt und seit nun mehr zwei Wochen ging es ihr so schlecht, dass jeden Tag mit ihrem Tod zu rechnen war und trotzdem hat es uns unerwartet getroffen. Letztendlich kam aber rasch nach der Trauer die Erleichterung, dass ihr Leiden nun ein Ende hatte und die Gewissheit, dass sie auf ein langes, glueckliches und erfuelltes Leben zurueck blicken wird. Die Verwandten haben sich heute Abend alle bei uns getroffen und auch ueber die Beerdigung gesprochen und ich hoffe instaendig, ehrlich gesagt, dass ich nicht mit muss. Erstens sind Beerdigungen keine Sache, die man haeufiger erleben moechte und zweitens wird es wohl eine dieser Art sein, wo der Sarg waehren der Zeremonie offen steht und ich denke nicht, dass ich mit so etwas einfach umgehen kann.

Zum Schluss noch etwas erfreulicheres: Morgen ist endlich chinesisches Neujahr und aus diesem Grund eine praechtige Parade in Chinatown zu der ich hinfahren werde, da ich leider keine Kamera mehr besitze, hoffe ich natuerlich auf schoene Fotos von Larissa und Anja, die sie mir netterweise rueberschicken koennen.

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