Der Tag begann, nach einer durchzechten Nacht in der Uni, um 15 Uhr mit Paris, je t'aime - der perfekte Film für eben so einen Morgen: Im Schlafanzug, ungeduscht und Weingummi futternd. Nachdem Selda und ich uns einen mediterranen Gemüseauflauf mit deutschem Gemüse gemacht hatten und gerade die letzten Bisschen mit indischem Chai hinunterschluckten, entpoppte ich eine Packung amerikanischem, also gesalzen-gebuttertem Popcorn und futterte es alleine, weil der Geschmack bei Selda nicht auf Anklang stoß, alsbald klingelte es auch schon an der Tür und Flip stand mit zwei prallgefüllten Tüten schierem Glücks vor mir. Wir schmissen Emma's Glück in den silbernen Kasten und noch während des Intros des deutschen Films mit unser aller Liebling Jürgen Vogel, verschlangen wir ein quasi-Bananensplit. Eine Packung Vanille-Eis wurde mit geschnittenen Bananen und dick gemachten Kakaopulver (mangels echter Schokosauce) vertilgt. Weiter ging es mit einem vollmundigen Syrah von Jaques Weindepot, einer Maxitüte NickNacks (gefühlte drei Dekaden nicht mehr gegessen), einer Packung salziger, weicher Lakritze, einer Packung Zwiebelringen (Chipsformat), Bresso mit geschnittener roter Paprika und einem Liter Kaktussaft von Rewe. Und einem Liter Sprite von Coca Cola Company. Der Verstand arbeitete gegen uns, aber die Völlerei ließ immer mehr der süß-salzigen Versuchungen in unseren gierigen Mündern verschwinden. Der Syrah wurde geleert, Emma's Glück endete tragisch mit einem Mord und der Pinotage wurde entkorkt - ohne allerdings getrunken zu werden.
Da verließ mich auch Flip, der in meinem Bett den strapazen des vorangegangenen Jungesellenabschieds erlag und schnarchend ins Koma viel, Selda hatte sich bereits am Ende des ersten Films ins Bett geschlichen. Oh Brother where art thou? schaute ich also ganz alleine nur vom Schnarchen meines Kumpanen begleitet. Hat auch was. Gegen zwei Uhr schaffte ich es, ihn aufzuwecken und behutsam beizubringen, dass er vielleicht den nächsten Bus nach Hause nehmen könne, in weiser Voraussicht, dass das morgigen Fußballturnier, Beginn 9 Uhr 30, vielleicht sonst nicht zu überstehen sei.
Er willigte widerwillig ein und ich konnte noch ein bisschen die Essensreste von meinem Tische kratzen. Gegen halb drei war ich dann auch im Bett. Das Gute: Ich musste mich ja nicht mehr umziehen, weil ich den ganzen Tag eh im Schlafanzug verbracht hatte.
Mag für den außenstehenden Betrachter vielleicht eklig und abstrus klingeln. Aber meine Güte, das sind die besten Tage! Sinnfreie Samstage im Schlafanzug und zig DVDs schauend und irgendwann völlig erschöpft ob der maßlosen Essenszuvor friedlich einschlafen und wieder von der wahrlich gruseligen Begegnung mit dem Kaffeesatzleser träumen...
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