In Amerika findet man nicht selten Staedte, die um grosse Firmen herum gebaut und so entstanden sind. So auch geschehen in Hershey, Pennsylvania. Herhsey ist wohl der groesste Schokoladenfabrikant der USA (neben MARS). Sein bekanntestes Produkt, dass ich bis vor drei Tagen noch gar nicht kannte, sind die sogenannten Kisses. Kleine, tropfenfoermige Schokopralinen. Eingewickelt in Alufolie. Die Strassenlaternen in Hershey haben die Form von Kisses. KitKat, der Doppelriegel, wurde nach seiner Frau Catherine Elizabeth, genannt Kitty, benannt. Doch das meistverkaufte Hersheyprodukt sind die weltbekannten Reese's Peanutbutter Bars. Es gibt ein Hershey Krankenhaus, vom Gruender erbaut. Eine subventionierte Hersheyschule fuer behinderte Kinder (ehemals fuer Waisenkinder), einen riesigen Hershey Freizeitpark mit 12 Achterbahnen und einem Wasserpark, ein Hershey Schokoland und logischerweise auch die Schokofabrik. Eine Stadt finanziert sich selbst.
Sonntag Mittag quetschte ich mich zwischen die zwei kleinen Kasachen und los ging die dreistuendige Fahrt zum Hershey Park. Gottseidank haben die beiden die Haelfte der Fahrt gepennt und ich konnte ungestoert mein Buch lesen. Angekommen, trafen wir Jamie mit Anhang und Judy und machten die Schokotour durch eine erklaerende, dafuer gebaute Schokofabrik und sassen dafuer in Wagen, die uns automatisch durch die verschiedenen Stationen der Schokoladenfabrikation fuhren. War auf jeden Fall mit viel Liebe zum Detail gestaltet und interessant.





Danach sofort weiter im Programm: The great American 3D Hershey's sweet World of Chocolate. Also ein halbstuendiger 3D Film ueber die Entstehung von Hershey. Man setzte sich die haesslichen 3D Brillen auf und wurde in ein grosses Theater gefuehrt, wo ein Mann anfing, die Historie der Firma zu erlaeutert, bis der rote Samtvorhang aufging und eine 3D Figur herauskam, die anfing, sich mit dem Schauspieler zu streiten und die Tour fuer die Zuschauer lieber spannend machen wollte. So kamen uns auf einmal tanzende 3D Schokoriegel auf uns zu, es schneite Seifenblasen auf uns, es wurde mit Wasser gespritzt, Nebel kam aus dem Boden und zum Schluss vielen Luftschlangen aus der Decke. Auch wirklich gut gemacht, muss ich sagen.


Mit knurrenden Maegen begab sich der Convoy zum naechstgelegen Applebee's, wo wir Abendbrot assen. Ich hatte natuerlich wieder den Ehrenplatz am Kindertisch mit Judy und musste TJs ich-hatte-keinen-Mittagsschlaf-Nervenzusammenbruch ertragen. Kopfschmerzen vorprogrammiert. Da der Tag fast herum war, fuhren wir geschlossen nach Mechanicsburg zu Lisas Eltern in ihr "bescheidenes" Haus.

Ich habe keine weiteren Fotos vom Haus geschossen, aber ja, es war riesig. Wir bekamen eine halbstuendige Haustour und ich staunte nicht schlecht. An dem Haus haben sie mit einem Architekten sechs Jahre lang gefeilt und es gibt sogar eine extra Niesche fuer das Klavier, das Arbeitszimmer wurde um die Moebel gebaut und alle Steckdosen wurden fuer die Lampen geplant, die auf dem Blueprint bereits eingezeichnet waren. Im Obergeschoss gibt es drei riesige, liebevoll dekorierte Schlafzimmer und zwei Badezimmer fuer Gaeste. Im Eingang befindet sich ein riesiger Kronleuchter, der die gerade Treppe nach oben beleuchtet. Es wird also 90 Prozent des Jahres nicht genutzt. Der Teppich ist so dick dort gewesen, dass man mit den Fuessen drin versank und das Schlafzimmer von Barbara und Tim hatte ein eigenes Badezimmer, wobei Barbara betonte, dass sie nicht gerne Duschglaswaende putzt und die Dusche deswegen ohne Glaswand designt wurde. Sie ist ungefaehr anderthalb Meter breit und zwei Meter lang mit drei verschiedenen Wasser -und Massageduesen. Ein Traum. Durch das Badezimmer gelangt man in das Ankleidezimmer, was natuerlich auch einfach unvorstellbar gut ist. Ich selbst habe im Keller geschlafen, der von der Flaeche so gross wie unser gesamtes Haus in Metuchen war. Die Veranda hinter dem Haus bietet Platz fuer mindestens 30 Leute und der Garten ist auch nochmal ein riesiges Feld mit kleinen Blumeninseln und einer grossen Grasflaeche. Dahinter reihen sich riesige Baeume und der Horizont, wo die Sonne abends untergeht - sie haben das Haus so bauen lassen, dass hinter ihrem Haus niemand wohnen kann, sodass sie immer freie Sicht haben. Natuerlich ist die ganze Nachbarschaft eine sogenannte "gated community mit Security".
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