Sonntag, 23. März 2008

Caramel Popcorn fuer alle

Ungefaher drei Tage bevor Anna und ich in die Hauptstadt wollten, kauften wir uns Bustickets online. Nachdem diese bezahlt und ausgedruckt waren, wollten wir uns ein guenstiges Hostel direkt im District suchen - Fehlanzeige! Alle Hostels waren einfach schon ausgebucht. Ausser eins, was einfach frecherweise 150 Dollars fuer die eine Nacht kosten sollte. Leichte Panik machte sich breit, denn es blieb nur eine Moeglichkeit zur Uebernachtung, wenn wir nicht auf einer Parkbank schlafen wollten: bei Melinda und Whataboutbob. Das waren ja die netten Menschen, die mich nach dem Krankenhausaufenthalt einfach so fuer vier Tage aufgenommen hatten und mir war das dann doch ausserordentlich unangenehm, dort anzufragen, ob wir bei ihnen naechtigen koennten - verstaendlicherweise. Aber Jon und Lisa meinte natuerlich, dass das gar kein Problem sei und nachdem Melinda angerufen wurde, war alles geregelt (Melinda hatte zu allem uebel am Mittwoch auch noch Geburtstag). Also konnte dem kulturellen Schokospass ja nichts mehr im Wege stehen!
Den Abend vorm 18. Maerz war mir ja schon ein bisschen mulmig zumute. Schliesslich kehrte ich in die Stadt zurueck, an die ich nicht die besten Erinnerungen habe: Washington D.C. Morgens um sechs klingelte leider schon der Wecker zu Annas Verdruss ("Alter, ich hab Ferien") und wir haben uns irgendwie aufgerappelt, in die Dusche gestellt, Rucksack aufgeschnallt, Brote geschmiert und auf den Weg zum Bahnhof gemacht (siehe Foto oben). Dort fuhr unser Zug um halb acht Richtung Penn Station von wo wir den allerorts beliebten Chinatownbus nach Chinatown D.C. nahmen. Fuer 35 Dollars pro Person hin und zurueck. Das ist unschlagbar. Aber man muss auch auf einiges gefasst sein. Zum Beispiel musste ich leider, leider das eklige Reiseklo (sprich 30x30cm Zelle mit Plumpsklo) aufsuchen und als ich die Tuer oeffnete, laechelte mir bereits ein sonniges Gesicht aus Scheisse auf den Rand gekackt entgegen (ich war die erste Klobesucherin dieser Reise). Es gab einen Griff zum Festhalten, kein Waschbecken, keine Papiertuecher - gar nichts, Alter! Ich musste laut alleine lachen und bin dann wieder rausgegangen. Der Bus war viel zu kalt und Anna und ich haben uns die fuenf Stunden mit dem iPod herumgeschlagen und haben drei Kreuze gemacht, als wir endlich in Chinatown angekommen sind. Puh. Das erklaert auch, wieso Jon immer lacht, wenn ich ihm erzaehle, dass ich mit dem Chinatownbus reise. 
Mit der Metro fuhren wir dann direkt zur "Mall", dem Ort, wo alles so steht, was man als langweiliger 08/15 Tourist in Washington D.C. so gesehen haben sollte. Das Wetter hat leider nicht so mitgespielt wie damals im November - es war bewoelkt und relativ windig, aber einem Bertram verdirbt man nicht so schnell die Laune (haha)!
Ich weiss gar nicht mehr, wo wir zuerst hingegangen sind (ist ja schon maechtig lange her...Verzeihung auch, dass ich so lange nicht hab von mir hoeren lassen). Ich glaube aber, dass als erstes die Smithsonian Schlosstoilette ihre Freude an uns hatte. Das gute der Hauptstadt ist naemlich, dass die von der Smithsonian Stiftung finanzierten Einrichtungen alle kostenlos sind und da fast alles von dieser Stiftung ist, kann man ueberall gemuetlich reinspazieren und wenn es einem nicht gefaellt, schnell wieder raus spazieren (vielleicht vorher noch den ein oder anderen braunen Aal ablegen, beziehungsweise die Wasserschlange wuergen, wenn ihr versteht). 
Ja, das ist Anna vor einer Statue vor dem Schloss und das Foto darunter zeigt das Smithsonian Schloss (Anna-Lena schlag mich, wenn ich irgendwas hier falsch betitel).
Als Naechstes fuehrte uns unser Weg in den Botanischen Garten, wo folgend ein paar Fotos dargestellt sind, die leider chaotisch durcheinander gewuerfelt sind, aber ich bin muede und momentan zu faul, hier so einen Elitetext hinzuschreiben. Mama freut sich bestimmt ueber die Orchideenfotos. Aber als erstes ist Anna auf der dritten Etage zu sehen. Tadaa.






Botanischer Garten abgehakt, auf zum Capitol! Das ist naemlich gleich links daneben. Ich bin etwas naeher, aber ungluecklich getroffen, wie ich es mal nennen moechte, zu sehen und Anna ist ganz weit weg, dafuer aber in einer allseits beliebten, athletischen Pose. Man kann uebrigens oben in die Spitze gehen und die kunstvolle Architektur bewundern, doch meist war uns die Schlange zu lang und es gab ja auch noch mehr zu sehen.

Logischerweise gibt es vom Ausflug mehr Fotos als ich hier reinzuposten vermag und so lasse ich mal das ganze Raumfahrtsgedoens weg und komme zum Mittagessen, was wir im Air and Space Museum eingenommen haben: BigMac Menue. Auf das Essentielle im Leben kommt es doch an. Und was gibt es schoeneres, als nach einer laengeren Maeccespause in den guten, alten, unverwechselbar schmeckenden BigMac zu beissen?
Das Second World War Memorial. Sehr schoen angelegt wie ich finde und nachts, wenn es beleuchtetet ist, bestimmt noch viel schoener.

Das Washington Monument und Anna und ich. Schade, dass es so bewoelkt war. Auch dort kann man hochgehen, das kostet aber Geld und da gibt es auch nur acht Fenster. Also keine Ahnung, wie das geloest ist.
Wiederum Anna und ich vor einer Miniaturausgabe des Louvre (frei interpretiert von mir) vor der National Gallery of Art. Die Asischuhe, die ich uebrigens anhabe, sind meine Laufschuhe, aber ich dachte mir, ziehst du lieber die an als die Chucks, dann kann man laenger ohne Fussschmerzen laufen! Hat sich auch gelohnt.
Roy Liechtensteins Haus im Sculpture Garden. Man kann es auf dem Foto nicht genau erkennen, aber es ist so cool gebaut, dass es dem Auge und dem Hirn einen Streich spielt und sich bewegt, wenn man drauf guckt - sehr hypnotisierend!
Ich kann nur immer wieder Fotos von der ruhigen, sauberen und schoenen Metro in D.C. machen. Das ist so ein krasser Unterschied zu der dreckigen, stinkenden Subway in Manhattan. A Propos!!! Alter Schwede, Lisa hat mir mal erzaehlt, dass sie in der Subway oefter Ratten entlang laufen sieht und seitdem habe ich total Angst, da ich ja ein generell sehr phobisch veranlagter Mensch bin, was Tiere betrifft. Jedenfalls, seit dem Tag gucke ich unweigerlich immer auf die Bahnschienen, obwohl ich wirklich Todesangst und Todesekel vor diesen Tauben des Bodens (Ratten der Luefte bla bla) habe. OK, gemerkt. Ich berichte spaeter mehr darueber.
Nach dem Capitol ging es an den verschiedenen Museen Richtung White House und da wir schon wieder Hunger hatten, haben wir uns an einem Stand Caramel Popcorn gekauft, was dann aber so eklig war, dass wir es an die Eichhoernchen verfuettert haben, die sich auch sehr gefreut haben und durch den kleinen Deal dazu bereit waren, ein kleines Fotoshooting zu machen. 



Nach circa 20 minuetigen Fussmarsch standen wir dann endlich vor dem Weissen Haus und es war genauso unspektakulaer und winzig wie letztes Mal, wobei Dienstag Sicherheitsmaenner mit Hunden herum gelaufen sind, das hat das ganze spannender gemacht.

Dann waren auch schon ungefaehr fuenf Stunden vergangen und unsere Fuessen hatten keine Lust mehr, deswegen sind wir dann zur Metrostation gestratzt und haben uns auf den Weg Richung Georgetown gemacht, wo wir lecker gespeist haben. Noch schnell Blumen im Krankenhaus und ein Buch fuer Melinda gekauft und schon ging es zur Pentagon Station, wo uns Whataboutbob mit dem Auto abholte. Wir haben dann noch kurz in der Kueche mit allen gesessen und sind dann schlafen gegangen. Am naechsten Morgen waren Melinda und Whataboutbob schon zur Arbeit gefahren und so hat uns Molly, die Tochter, zur Arlington Mall gefahren, von wo aus wir die Metro zum Zoo genommen haben. Das erschien uns naemlich interessanter als nochmals zurueck zur Mall zu fahren.
Gegen zwei waren wir dann beim Zoo und gegen zwei hat es auch angefangen zu regnen. Und es hat nicht mehr aufgehoert, bis wir in Metuchen waren. Durchgenaesst bis auf die Socken, steif gefroren und schlecht gelaunt, da die Busfahrt in dem ekligen Chinatownbus mit dem Kotgesicht auf dem Klo (was nicht gereinigt wurde) sechseinhalb anstatt viereinhalb Stunden gedauert hat. Ausserdem waren nur 70 Grad eingestellt und nach ungefaehr zwei Stunden Fahrt, als alle Passagiere sich schon die Jacken angezogen hatten und ich den Busfahrer hoeflich fragte, ob er es nicht mal waermer drehen koenne und er nur patzig meinte: Wieso ist dir kalt oder was? Und daraufhin auf ganze 71 Grad gestellt hat, hatte ich auch die Schnauze voll. Aber an sich der Besuch war cool und wir duerfen jetzt immer bei Melinda schlafen, wenn wir wollen.
Anna nass.
Ich nass.
Ein Seeloewe.
Ein Loewe.
 Ein Monster.
Anna und eine Riesenschildkroete.
Ein Timon.
Ein echter Nacktmull.
Eine Kuh und ich.
Anna bei dem Versuch, in dem Bus zu schlafen. Ging aber nicht.

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